Angekündigte Freilassung
Birmas Demokratie-Bewegung wartet auf Suu Kyi

Für diesen Samstag hat die Militärregierung Birmas die Freilassung der Politikerin Suu Kyi angekündigt. Die Friedensnobelpreisträgerin stand 15 der vergangenen 21 Jahre unter Hausarrest. Erst vergangenen Sonntag fanden in Birma die ersten Parlamentswahlen seit zwei Jahrzehnten statt - wenn auch mit wenig überraschendem Ergebnis.
  • 0

HB RANGUN. In Birma wächst die Spannung vor der noch heute erwarteten Freilassung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. In der Nähe ihres Hauses am Inya-See strömten immer mehr Menschen zusammen, berichteten Augenzeugen. Die Stimmung sei gut, die Menge aufgeregt, schrieb das Exil-Magazin Irrawaddy am Samstag auf seiner Webseite. Die Anhänger Suu Kyis hielten zahlreiche Fotos der Dissidentin in die Höhe und trugen weiße T-Shirts mit dem Foto der 65-Jährigen und der Aufschrift: "Wir stehen an Suu Kyis Seite".

Eine Gruppe von etwa 1000 Menschen rufe der seit siebeneinhalb Jahren eingesperrten Politikerin immer wieder Aufmunterungen zu, berichtete das Magazin. "Lange lebe Suu Kyi!" "Möge sie lange gesund bleiben!" skandierten die Menschen nach diesen Angaben. Unter den Wartenden waren auch ausländische Diplomaten.

Suu Kyis jüngster Hausarrest sollte an diesem Samstag enden. Ein hoher Beamter sagte der Nachrichtenagentur dpa am Samstagmorgen: "Sie kommt irgendwann nach 18 Uhr frei. " Das wäre nach 12.30 Uhr MEZ. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür nicht.

Für viele ist die 65-Jährige ein Symbol der Bemühung, das südostasiatische Birma aus der Kontrolle der Junta, die das Land seit Jahrzehnten regiert, zu befreien. Suu Kyi wolle im Falle ihrer Freilassung der NLD dabei helfen, Wahlbetrugsvorwürfen nachzugehen, sagte ihr Anwalt Nyan Win. Am vergangenen Sonntag hatte die erste Parlamentswahl seit zwei Jahrzehnten in Birma stattgefunden. Die von der Junta unterstützte Partei Union Solidarität und Entwicklung (USDP) wurde zum Wahlsieger erklärt.

Die Dissidentin ist seit dem Studentenaufstand 1988 politisch aktiv und fordert Demokratie für das seit 1962 vom Militär regierte Birma. Dafür hat das Militär sie insgesamt 15 der vergangenen fast 21 Jahre eingesperrt. Sie störe den Frieden im Land, werfen ihr die Machthaber vor.

Kommentare zu " Angekündigte Freilassung: Birmas Demokratie-Bewegung wartet auf Suu Kyi"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%