Angela Merkel "Folgen der Schuldenkrise wirken noch zehn Jahre"

Mit einem Schuldenschnitt soll Griechenland vor der Pleite bewahrt werden. Doch die Folgen der Schuldenkrise dürften Europa noch mindestens eine Dekade beschäftigen, fürchtet Bundeskanzlerin Merkel.
10 Kommentare
Kanzlerin Angela Merkel auf dem G20-Gipfel in Cannes. Quelle: dpa

Kanzlerin Angela Merkel auf dem G20-Gipfel in Cannes.

(Foto: dpa)

BerlinDie Schuldenkrise wird Europa nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel noch viele Jahre beschäftigen. Die Schulden seien über Jahrzehnte aufgehäuft worden, daher werde es „sicherlich eine Dekade dauern, bis wir wieder besser dastehen“, erklärte Merkel in ihrem am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Video-Podcast. Sie beteuerte, es gebe keinen Anlass zum Pessimismus, was die Wirtschaftsentwicklung angehe. Zugleich betonte Merkel jedoch: „Wenn es Europa nicht gut geht, wird es auch Deutschland nicht gut gehen.“ Es gelte alles daran zu setzen, in Europa die Dinge in Ordnung zu bringen. „Und da haben wir noch ein ganzes Stück Arbeit vor uns, das muss ich sagen.“ In Europa müssten sich alle anstrengen und ihre Hausaufgaben machen.

In Griechenland zeichnet sich kein schnelles Ende der Krise ab. Nach der gewonnen Vertrauensabstimmung im Parlament stehen dem griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou schwierige Koalitionsgespräche bevor. Papandreou will sich heute mit Staatspräsident Karolos Papoulias treffen. Die neue Übergangsregierung soll vier Monate im Amt bleiben und sicherstellen, dass das Land die dringend benötigen Hilfszahlungen erhält. 

Allerdings ist unklar, ob die oppositionellen Konservativen und andere Parteien überhaupt an den Gesprächen teilnehmen und ihre Forderung nach Neuwahlen fallen lassen. 

Bei der Vertrauensabstimmung in der Nacht zum Samstag stimmten mehr Abgeordnete für den Regierungschef als seiner sozialistischen Partei Pasok angehören. 153 sprachen Papandreou ihr Vertrauen aus, 145 stimmten gegen ihn. Dem griechischen Parlament gehören 300 Mandatsträger an, 152 von ihnen sind Sozialisten. 

Vor Beginn der Vertrauensabstimmung im Parlament warb Papandreou noch einmal um Unterstützung für das Ende Oktober nach einem Gipfel-Marathon von den Euro-Ländern beschlossene Rettungspaket, das unter anderem einen Schuldenschnitt für Griechenland vorsieht. Papandreou sagte, diese Chance müsse ergriffen werden, vorgezogene Neuwahlen wären eine Katastrophe. Zugleich kündigte er Verhandlungen mit der Opposition an. 

Beide großen Parteien des Landes brachten vor der Abstimmung die Bildung einer Übergangsregierung ins Gespräch - und zwar unabhängig vom Ergebnis. Finanzminister Evangelos Venizelos, der gewarnt hatte, dass Griechenland sich weiterhin einer tödlichen Gefahr ausgesetzt sehe, sagte, die Übergangsregierung solle bis Ende Februar bestehen. 

Oppositionsführer Antonis Samaras von der konservativen Partei Nea Dimokratia (ND) forderte Papandreous Rücktritt und vorgezogene Wahlen. Die Übergangsregierung solle nicht aus Politikern, sondern Fachleuten bestehen und ein rein technisches Mandat haben, erklärte er. Sie solle sich vorrangig um Neuwahlen und die Sicherstellung der Auszahlung weiterer Milliardenhilfen der Troika aus EU, IWF und EZB kümmern. Samaras äußerte sich nicht, ob seine Partei sich an Koalitionsgesprächen beteiligen werde. Die Opposition macht eine Koalition von Papandreous Rücktritt abhängig. 

 „Die Masken sind gefallen, Herr Papandreou hat alle unsere Vorschläge rundheraus abgelehnt“, erklärte Samaras. „Die Verantwortung, die er trägt, ist enorm. Die einzige Lösung sind Wahlen.“ Papandreou erklärte, er habe die Vertrauensfrage gestellt, um einen sicheren Kurs für das Land zu gewährleisten - ohne Machtvakuum, ohne vorgezogene Wahlen. „Wir müssen organisiert vorgehen. Und ungeachtet der Entwicklungen muss das Land morgen ohne Turbulenzen regiert werden“, sagte er. Die Sozialisten hätten das Kreuz der Reform getragen, doch eine Gruppe im Parlament sei nicht genug. „Diese große Aufgabe bedarf einer aufrichtigen und breiten Unterstützung..

  • rtr
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Angela Merkel - "Folgen der Schuldenkrise wirken noch zehn Jahre"

10 Kommentare zu "Angela Merkel: "Folgen der Schuldenkrise wirken noch zehn Jahre""

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Merkel hat es den Bankstern aber gegeben. Leider mit vollen Händen.

  • "Folgen der Schuldenkrise wirken noch zehn Jahre"

    Für manchen für immer. Und das zu Recht.

  • Merkels Sprüche sind einfach köstlich. In Wirklichkeit redet sie von gravierenden Fehlern der Politiker über Jahrzehnte hinweg. Und macht genau das weiter, was die Damen und Herren bisher schon falsch machten.

    An ihren Taten soll man sie messen, nicht an ihren Worten.

  • @Siggi 40 Also versetzen wir uns mal in die Lage eines normalen DDR - Bürgers der ja nun vor den nächsten Scherbenhaufen steht nur noch zu toppen von den Generationen Kaiser,1.Weltkrieg, Weimarer Republick, 1000 jährige Reich, 2. Weltkrieg, BRD/DDR Einverleibung u. Anschluss der Ostgebiete in ein besetztes Land ohne Souveränität. Nun müssen die feststellen das der Staatsbürgerkundeunterricht die Wahrheit lehrte das Seelenleben mus grausam sein. Wer dann noch das auftreten der Treuhand und den sozialabbau erlebt hat bei gleichzeitiger Steigerung der Umverteilung kann sich nicht vor der Erkenntnis verschliessen verarscht worden zu sein. Nun steht alle Normalos da egal wo auf diesen Planeten und sagen sich das wollten wir so. Die einfuhr einer neuen Dikdatur ain Brüssel ist vollendet worden wo kroskotz Michel auftritt als könnte er alles zahlen, dabei das eigene Volk dermassen ausgeplündert hat das ich mich schon frage, was mit den Ruf wir sind das Volk damals gemeint war. Danke

  • Auch noch eine interessante Information, die unsere Politiker gerne verheimlichen wollen. Die Bilanzsummen der Fed, der BoJ und BoE haben sich in den letzten 3 Jahren verdreifacht, die der EZB verdoppelt. Und in den letzten 20 Jahren haben sich die Schulden weltweit vervierfacht, von 18 Bio $ auf über 95 Bio $. Damit wurde der Wohlstand der westl. Ind.staaten finanziert. Und jetzt sollen keine neuen Schulden mehr angehäuft und sogar noch die bestehenden abgebaut werden? Einem auf Schulden aufgebautem Wirtschaftsmodell sollen die Krücken weggeschlagen werden?
    10 Jahre lang eine Inflation von 10% würde diese Schulden reduzieren, aber auch jegliches Vermögen der Arbeiterklasse vernichten und anschließend müssen die Wohnimmobilien durch Zwangshypotheken die Staatseinnahmen sichern, um die Beamtengehälter weiterbezahlen zu können. Strassen, Schulen, Universitäten und die Sozialversicherung werden dann natürlich auch auf fast null gesetzt.
    Aber da machen die Politiker die Rechnung ohne das Volk! Brennende Polizeiautos und gelynchte Politiker wären erst der Anfang einer nach oben offenen Empörungsskala.
    Sämtliche Vereinbarungen in den Maastricht-Verträgen, die die Grundlage für den Euro bildeten, und zum Schutze für uns Deutschen gedacht waren, wurden von unseren Politikern außer Kraft gesetzt. Das gilt insbesondere auch für die Anleihekäufe der europ. Zentralbank, um die französischen Banken zu retten. Allein im August und September 107 Mrd €! Das ist nicht zulässig. Das ist Hochverrat!

    Die Väter unseres GG haben in weiser Voraussicht bereits im Art.20 Abs.4 dargelegt, was jetzt zu tun ist: Jeder Deutsche hat die Pflicht zum Widerstand! Und von einem gewaltfreiem Widerstand habe ich nichts gelesen.
    Wer die Anti-Demokratie sät, wird die Anarchie ernten. Das ist neben der polizeistaatlich erzwungenen Friedhofsruhe die einzig denkbare Folge der Negierung der Demokratie.
    Eigentlich schon längst überfällig, meint ein Forist. Ich kann ihm nicht widersprechen.

  • Teil II
    Und die Bankster sind immer noch so pleite wie anno 2007, zu Beginn der Krise. Allein Europas Bankster sitzen auf 18,2 Billionen Euro Kreditrisiken!!
    Und in den Kellern der Bankster schlummern über 600 Billionen $ völlig wertloser Wettscheine, aus den Bilanzen ausgelagert, um sie vor dem sofortigem Kollaps zu bewahren.

    Die Staaten stehen jetzt vor wegbrechenden Steuereinnahmen und explodierenden Ausgaben für Soziales und Kapitaldienst, die jegliche wirtschaftliche Erholung bereits im Keim ersticken.
    Auf dieser Basis würde eine Verbesserung der Lage nicht in 10 Jahren eintreten, sondern für die meisten Länder überhaupt nicht, weil sie nach der Kreditorgie kein Geschäftsmodell mehr haben, auf dem der bisherige Wohlstand aufgebaut wurde.

    Nur durch einen Reset im Finanzsystem und einer Trennung in Geschäfts- und Zockerbanken, ermöglicht den westlichen Industriestaaten einen Wohlstand, vielleicht halb so hoch wie heute.
    Und wenn man in der Schule ein bisschen aufgepasst hat, stellt man fest, dass es keine andere Möglichkeit gibt, in der man in 10 Jahren wieder auf Besserung hoffen darf. Die Alternative wäre ein Jahrzehntelanges Dahinsiechen, befeuert durch eine gesättigte und überalternde Gesellschaft.

    Die andere Möglichkeit wäre ein internationaler Krieg, schon wieder von der CIA angezettelt, wie die zig anderen Konflikte und Kriege bisher auch schon, um alles in Schutt und Asche zu versenken, dass man anschließend wieder alles aufbauen kann. So funktioniert auch Marktwirtschaft und Kapitalismus und hätte vor allem für die USA handfeste Vorteile, so lange sich die Krisenregionen außerhalb ihres Landes befinden.
    Auch die große Depression wurde in den USA erst 1941 durch den Eintritt in den II.WK beendet. Man macht sich halt so seine Gedanken, gell.

  • „Die Schulden seien über Jahrzehnte aufgehäuft worden, daher werde es „sicherlich eine Dekade dauern, bis wir wieder besser dastehen““

    Seit Einführung des Euros geht es mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa aufwärts, das ist korrekt! Allen voran die PIIG(F)S haben ihre Entwicklung auf Sand gebaut, bzw. alles auf Kredit. Bei den gegenseitigen Verflechtungen ist es fast nicht mehr möglich, auf den Grund zu blicken.
    Deutsche Banken leihen italienischen Banken, die wieder den spanischen, die wieder den portugiesischen ... und dann sind da noch die Schattenbanken und auch die Schattenhaushalte der Regierungen, in denen man einen Großteil der Schulden ausgelagert hatte, wie die Bankster in Schattenbanken auch.

    Europas Aufschwung wurde erst mit dem Euro möglich, als sich die PIIG(F)S mit einem Bruchteil der bisherigen Zinsen verschulden konnten, und davon rege Gebrauch machten. Jede Firma, die in solch betrügerischer Absicht ihr Dasein führen würde, hätten die Finanzprüfer schon längst geschlossen und die Staatsanwälte ihre Arbeit erledigt.
    Dann kann 2007 der große Knick in den USA, als denen das Perpetuum-Mobile, Leben auf Pump, ausging und die Krise auch auf Europa überschwappte.
    Um das Armageddon noch a bissl rauszuschieben haben die Staaten weltweit ca.32,5 Billionen $ aufgewendet, natürlich schon wieder alles auf Pump, um die größte Krise der Neuzeit, die um ein vielfaches größer ist als die in den 30gern, zu bekämpfen.
    Parallel dazu hat die EZB ca. 340 Mrd. Euro und die DBB nochmals ca. 200 Mrd. Euro, es könnten auch doppelt so viel sein, wer weiß das schon, an die Zentralbanken der PIIG(F)S überwiesen, damit die unsere Exportrechnungen bezahlen können. Wer hätte das gedacht, dass wir nun unsere eigenen Kredite auch noch zurückzahlen müssen – mathematisch gesehen also alles verschenkt haben.
    Jetzt sind alle Konjunkturstrohfeuerpakete wirkungslos verpufft, ohne einen selbsttragenden Aufschwung auszulösen.

  • so so wir sollen für die Pläne und Finanzblase der Großinvestoren und FED-Gründer die nächsten 10 Jahre weiter ausgequetscht werden - ist ja nichts Neues . Aber leider nicht Lösung des Problems sondern ein Fass ohne Boden.

  • Ich bleibe dabei, das ganze Spektakel rund um die Volksabstimmung wurde bewußt mit Merkel, Sarkozy und der EU abgesprochen, damit Berlusconis Italien, wie am Freitag de facto beim G20-Gipfel beschlossen, möglichst unauffällig unter den IWF-Schirm von Frau Lagarde krabbeln kann. Ohne den Wirbel um Papandreou hätte diese Nachricht um Italien mE die Märkte ins Wanken gebracht. Dass man das ganze so verkauft, dass sich Italien "freiwilligen Kontrollen" unterwirft, ist natürlich eine geschickte Sprachregelung, heißt aber nichts anderes, als dass Italien unter Kuratel gestellt wurde.

  • Nun krempeln wir die Ärmel hoch und legen los so einfach geht das. Ganz vorne maschieren die Nutzniesser der vergangenen 20 ig jahre, sozialabbau, verarscht durch die Politik bis zum geht nicht mehr, vor vollendete Tatsachen gestellt bemerkt man nun es wird mindestens 10 Jahre dauern toller Spruch. Wr hat Profitiert der ausgemergelte Zeitarbeiter der ausgeqetschte Abeitnehmer, der lohnabhängige? also Gürtel enger schnallen Frau von der Leyen und das Steuerzahlervolk weiter über den Tisch ziehen alle Parteien waren daran beteiligt bis auf die Linke, also sorry wir aben uns geirrt selber Schld wenn ihr unsere Walversprechen geglaubt habt, wir sind dann mal weg und leben gut von nicht eingezahlten Beiträgen unsererseits. Tolle Leisung musste sich ja mal Lohnen oder wie war das ? Wann werden 2 Billionen tatsschulden angegangen statt neue aufzulegen, nichts neues also.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%