Angereichertes Uran kann für Atomwaffen verwendet werden
Iran: "Uranfund ist unhaltbare Propaganda"

Der Iran hat Angaben eines Diplomaten zurückgewiesen, wonach Atom-Experten an weiteren Orten in dem Land Spuren atomwaffentauglichen Urans gefunden haben. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte dies am Freitag gemeldet.

HB TEHERAN. Der Iran hat zwei Tage vor dem Besuch des IAEA-Chefs Mohamed ElBaradei Angaben eines Diplomaten zurückgewiesen, wonach dessen Atom-Experten an weiteren Orten in dem Land Spuren atomwaffentauglichen Urans gefunden haben. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte dies am Freitag gemeldet.

„Reuters macht falsche, grundlose und haltlose Propaganda“, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Hamid Resa Asefi am Sonntag. Der Diplomat eines westlichen Landes hatte gesagt, Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hätten angereichertes Uran in anderen als den bislang der Uno-Behörde genannten Stätten im Iran gefunden. Die USA werfen der Islamischen Republik vor, heimlich Atomwaffen herstellen zu wollen. Der Iran hat hingegen stets erklärt, sein Atomprogramm diene ausschließlich der Stromerzeugung.

„Es gibt keine Nuklearanlage im Iran, die wir vor den Inspektoren versteckt haben“, sagte Asefi. Dagegen hatte der Diplomat am Freitag erklärt: „Sie haben hochangereichertes Uran an mehr Stellen als in Kalaje und Natans gefunden.“ Er machte keine Angaben zur Zahl der Stellen oder ihrer Lage. Die Angaben wurden aus mit den IAEA-Inspektionen vertrauten Kreisen bestätigt. Die IAEA selbst war zu keiner Stellungnahme bereit.

Am Dienstag wird ElBaradei zu Gesprächen mit hochrangigen iranischen Vertretern in Teheran erwartet. Iran hatte nach der scharfen UN-Resolution im vergangenen Monat die Inspektoren der Uno-Organisation zunächst an ihrer Arbeit gehindert. Nach einem Bericht der IAEA, der Reuters vorliegt, war Inspektoren das Fotografieren mit eigenen Kameras und die Nutzung eigener elektronischer Geräte verweigert worden. Asefi wies auch diese Vorwürfe zurück.

Angereichertes Uran kann für Atomwaffen verwendet werden. Der Iran hatte die Uranspuren in Kalaje und Natans auf kontaminierte Zentrifugen-Bauteile zurückgeführt, die aus dem Ausland stammten. Auch die neuen Spuren könnten Diplomaten zufolge damit erklärt werden. „Es ist zu erwarten, dass man Spuren von Uran überall dort findet, wo diese Bauteile gelagert oder transportiert wurden“, sagte ein Diplomat am Freitag. In einer Resolution zum Ergebnis ihrer Kontrollen im Iran hatte die IAEA im März allerdings kritisiert, das Land habe anders als zugesagt nicht alle mit dem Atomprogramm zusammenhängenden Aktivitäten offen gelegt.

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