Angespannte Lage an Grenzlinie im Gelben Meer
Nordkorea wirft südkoreanischer Marine Provokation vor

Nach Warnschüssen der südkoreanischen Marine zur Vertreibung nordkoreanischer Patrouillenboote hat Nordkorea dem Nachbarland „schwere militärische Provokation“ vorgeworfen.

HB SEOUL. In einer von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung der nordkoreanischen Marine hieß es am Dienstag, die Zwischenfälle am Vortag könnten zu einem neuen Scharmützel im Gelben Meer führen.

Drei Patrouillenboote aus Nordkorea hatten am Montag nach Angaben des Generalstabs in Seouls an zwei verschiedenen Stellen die Seegrenze vor der Westküste verletzt. Die Schiffe seien durch Warnungen über Funk und Warnschüsse aus südkoreanischen Gewässern vertrieben worden. Das fischreiche Gebiet an der umstrittenen Seegrenze war 1999 und 2002 der Schauplatz von Gefechten mit zahlreichen Toten auf beiden Seiten. Nordkorea erkennt die so genannte Nördliche Grenzlinie (NLL) nicht an, die von der UN nach dem Korea-Krieg (1950-53) einseitig festgelegt wurde.

Die nordkoreanische Regierung hat eine Verlegung der See-Grenze nach Süden verlangt und die Grenzlinie 1999 für ungültig erklärt. Mehrere Dutzend Seeleute sind bei Zwischenfällen in den umstrittenen Gewässern ums Leben gekommen.

In der Erklärung Nordkoreas hieß es, die eigenen Boote seien in dem Gebiet auf normaler Patrouillenfahrt gewesen. Nur dank der Zurückhaltung der eigenen Soldaten habe ein „bewaffneter Konflikt“ vermieden werden können. Bei der Aktion der südkoreanischen Marine habe es sich um eine „unverzeihliche Provokation und, im Licht der gegenwärtigen innerkoreanischen Beziehungen, eine offene Herausforderung für Nordkorea“ gehandelt.

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