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Angespannte Lage im Irak: Bush sieht Parallelen zum Vietnam-Krieg

Mit Blick auf die angespannte Lange im Irak sieht US-Präsident George W. Bush Parallelen zu Militäreinsätzen der USA in Vietnam und anderen asiatischen Ländern während und nach dem Zweiten Weltkrieg.

HB DAMASKUS/TIKRIT/BAGDAD/WASHINGTON. „Japans Militaristen und die Kommunisten in Korea und Vietnam waren von einer gnadenlosen Vision getrieben, wie die Menschheit zu funktionieren hat“, sagte Bush am Mittwoch vor Kriegsveteranen in Kansas City (US-Bundesstaat Missouri). Amerikaner seien getötet worden, weil sie sich gegen diese Ideologien stemmten. „Heute sind es andere Namen und Orte, aber der fundamentale Charakter des Kampfes ist unverändert.“

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Mit Blick auf das Beispiel Vietnam warnte der US-Präsident vor einem verfrühten Abzug der US-Truppen aus dem Irak. „Ein unzweifelhaftes Vermächtnis Vietnams ist, dass der Rückzug Amerikas von Mill. unschuldiger (vietnamesischer) Bürger bezahlt wurde“, sagte Bush. In der Folge sei es zu den Flüchtlingsströmen der „boat people“, Umerziehungslagern und dem blutigen Regime der Roten Khmer in Kambodscha gekommen.

Al-Maliki weist Bushs Kritik zurück

Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat unterdessen die Kritik von Bush an seiner Regierung schroff zurückgewiesen. „Die Regierung ist vom irakischen Volk gewählt worden und niemand kann ihr Fristen setzen“, sagte Al-Maliki am Mittwoch vor Medienvertretern in Damaskus. Die Kritik aus Washington sei „unverantwortlich“. Bush hatte am Dienstag erklärt: „Wenn die Regierung den Forderungen der Menschen nicht nachkommt, werden sie die Regierung auswechseln.“

Bush selbst relativierte unterdessen seine Kritik. In Kansas City (US-Staat Kansas) sagte Bush am Mittwoch vor Kriegsveteranen, der Regierungschef sei „ein guter Mann, ein guter Kerl“. Er unterstütze Al-Maliki, der ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen den Terror sei.

Auch der US-Botschafter in Bagdad hatte sich in den vergangenen Tagen negativ über die aus amerikanischer Sicht mangelnden Fortschritte der Regierung bei der Aussöhnung mit ihren politischen Gegnern geäußert. In den vergangenen Monaten hatten insgesamt 17 der 37 irakischen Minister das von dem Schiiten Al-Maliki geführte Kabinett verlassen, darunter die größte Fraktion der Sunniten. Bush hatte Al-Maliki in den vergangenen Monaten stets den Rücken gestärkt, obwohl es seiner Regierung nicht gelungen war, die Sicherheitslage in den Griff zu bekommen.

Von Al-Malikis politischen Gegnern in Bagdad wurde die Kritik des US-Präsidenten begrüßt. „Wir lesen aus den jüngsten Äußerungen Bushs heraus, dass er seine schützende Hand von Al-Malikis Regierung nimmt und den politischen Kräften, die Veränderung wollen, grünes Licht gibt“, sagte der Abgeordnete Salim Abdullah von der sunnitischen Konsensfront am Mittwoch auf Anfrage. Die Irakische Liste von Ex-Übergangsregierungschef Ijad Allawi erklärte, aus ihrer Sicht sei die Regierung „komplett gescheitert“. Sie habe dem Iran erlaubt, sich in irakische Angelegenheiten einzumischen und den Irak zu einem der gefährlichsten Gebiete weltweit werden lassen, sagte der Abgeordnete Osama al-Nadschafi.

In Bagdad wurde der Prozess gegen 15 Funktionäre des früheren Saddam-Regimes am Mittwoch fortgesetzt. Wie schon am Vortag wurde das Gerichtsverfahren nicht im Fernsehen übertragen.

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Beim Absturz eines amerikanischen Militärhubschraubers im Nordirak kamen am Mittwoch 14 US-Soldaten ums Leben. Das US-Militärkommando in Tikrit erklärte, Ursache sei ein technischer Defekt. Es war der folgenschwerste Absturz eines US-Militärhubschraubers im Irak seit einem Unfall im Januar 2005, bei dem 31 Soldaten getötet worden waren. In der nordirakischen Stadt Baidschi riss am Mittwoch ein Selbstmordattentäter 23 Menschen mit in den Tod, als er sich vor dem Gebäude der Polizeidirektion mit einem Tanklaster in die Luft sprengte. Nach Polizeiangaben wurden 73 weitere Menschen verletzt. Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak meldete unter Berufung auf die Stadtverwaltung von Tel Afar, Extremisten hätten mit einem Sprengsatz am Dienstagabend in der nordirakischen Stadt zwei Arbeiter des dortigen Wasserwerkes beim Verlegen von Rohren getötet.

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