Angespannte Lage
In Südeuropa häufen sich Stromausfälle

Die Hitzewelle in Südeuropa hat zu Engpässen in der Stromversorgung geführt: In Italien und Spanien häufen sich die regionalen Stromausfälle. Einen flächendeckenden Blackout, wie er 2003 Italien über Stunden lahm legte, halten Experten aber für unwahrscheinlich. Auch in Deutschland macht sich der Engpass bemerkbar. Weil Italien und Spanien große Strommengen importieren, laufen auch in Deutschland die Kraftwerke auf Hochtouren.

MAILAND/MADRID. Die seit Wochen andauernde Hitzewelle und der Einsatz von Klimageräten hat in Südeuropa den Stromverbrauch massiv klettern lassen. Auch sind einzelne Kraftwerke ausgefallen. Die anhaltende Dürre beeinträchtigt die Wasserkraftwerke, Atomanlagen müssen vom Netz, weil Kühlwasser fehlt.

In Italien ist der Stromverbrauch wegen des Einsatzes von Klimaanlagen auf Höchstwerte gestiegen. In mehreren Städten gab es Stromausfälle. In Spanien mussten vor wenigen Tagen bereits 2 500 Haushalte und Firmen in Madrid, Murcia und Sevilla einen Tag ohne Strom verbringen. Um Überlastungsprobleme zu vermeiden, unterbrach der Netzbetreiber Red Eléctrica (REE) die Elektrizitätsversorgung an Hunderte von Firmen im Norden Spaniens. In Griechenland forderte das staatliche Versorgungsunternehmen PPC die Haushalte auf, statt Klimageräten Ventilatoren zur Abkühlung zu benutzen.

In Italien wecken die Zustände Erinnerungen an den Blackout im September 2003 als eine Kettenreaktion große Teile des Landes traf. Damals war eine Stromleitung aus der Schweiz ausgefallen und hatte Italien von Stromimporten abgeschnitten. Die Aufsichtsbehörden gaben dem Versorger Enel die Schuld an dem Desaster. Und ihrer Ansicht nach hat Enel bisher nicht viel an dem System geändert. Das heißt, theoretisch kann es wieder zu einem Blackout kommen.

In Spanien ist der größte Schwachpunkt das überalterte Hochspannungsnetz. Der Stromverbrauch ist in den vergangenen sieben Jahren um 43 Prozent gestiegen. In diesem Jahr kommt die schlimmste Trockenheit seit 60 Jahren hinzu. Die Stauseen sind leer. Dabei ist Wasserkraft in Spanien ein wichtiger Energieproduzent.

REE hat zwar verstärkt flexible Verträge mit Firmen abgeschlossen, um kurzfristig die Stromversorgung unterbrechen zu können. Aber REE-Präsident Luis Atienza warnt: „Das allein reicht nicht aus, um ein Chaos zu verhindern.“

Seite 1:

In Südeuropa häufen sich Stromausfälle

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%