Angriff auf „Charlie Hebdo“
Komplize von Attentätern in Bulgarien festgenommen

Erst wird ein Franzose wegen Kindesentführung festgehalten. Dann entpuppt sich der Mann als Mitstreiter der „Charlie Hebdo“- Attentäter. Der 29-Jährige wollte mit seinem Sohn aus Bulgarien in die Türkei reisen.
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SofiaAn Bulgariens Grenze zur Türkei ist ein mutmaßlicher Komplize der „Charlie Hebdo“-Attentäter festgenommen worden. Der aus Haiti stammende französische Staatsbürger Fritz-Joly Joachin habe in den letzten Tagen des Vorjahres Kontakte zu Chérif Kouachi - einem der Attentat-Brüder - gehabt, sagte Staatsanwältin Darina Slawowa im südbulgarischen Haskowo dem Fernsehsender Nova TV am Dienstag.

Der 29-jährige Mann war bereits in der Silvesternacht am Grenzübergang zur Türkei bei Kapitan Andreewo von der bulgarischen Grenzpolizei festgehalten worden, allerdings wegen des Vorwurfs der Kindesentführung. Inzwischen aber traf in Bulgarien ein europäischer Haftbefehl wegen Terrorverdachts ein, sagte Innenminister Wesselin Wutschkow dem staatlichen Radio in Sofia. Dem 29-Jährigen werde die Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe vorgeworfen, berichtete der Privatsender bTV.

Joachin war noch vor dem blutigen Anschlag auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ vom 7. Januar wegen einer Anzeige seiner Frau an der bulgarisch-türkischen Grenze festgehalten worden. Die beschuldigte ihren Mann, das gemeinsame Kind entführen zu wollen.

Der mutmaßliche Mitstreiter der „Charlie Hebdo“-Attentäter soll geplant haben, seinen dreijährigen Sohn über die Türkei nach Syrien zu bringen, um ihn dort zum Dschihad-Krieger ausbilden zu lassen. Der Festgenommene soll sich vor 15 Jahren zum Islam bekannt haben, sagte Staatsanwältin Slawowa aufgrund von Angaben seiner Frau.

Im Gericht von Haskowo läuft seit Montag das Verfahren gegen Joachin wegen Kindesentführung. Sein Sohn soll inzwischen mit seiner Mutter nach Frankreich zurückgekehrt sein. Die Verhandlung wegen der inzwischen von Frankreich beantragten Auslieferung soll bis Ende dieser Woche in Haskowo beginnen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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