Angriff auf den Süden

Weltgemeinschaft besorgt über Korea-Eskalation

Mit seinem Angriff auf eine südkoreanische Insel riskiert Nordkorea einen Großkonflikt in der Region. Die USA verurteilten die Attacke scharf. Deutschland appellierte an beide Seiten, die Spannungen nicht weiter zu verschärfen. Und auch China und Russland äußerten sich besorgt über den Zwischenfall.
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HB WASHINGTON. Der Konflikt zwischen Nord- und Südkorea eskaliert: Der Norden bombardierte am Dienstag eine südkoreanische Insel mit Dutzenden Artilleriegeschossen. Es war einer der schwersten Angriffe auf das Nachbarland seit dem Ende des Korea-Kriegs im Jahr 1953. Zwei Soldaten wurden getötet, 17 weitere sowie drei Zivilisten verletzt. Südkorea erwiderte das Feuer und schickte ein Kampfflugzeug in die Region. Das Militär des Landes rief den höchsten Alarmzustand seit dem Korea-Krieg aus. Das Feuergefecht ereignete sich nahe einer umstrittenen Seegrenze. Südkorea erklärte, in der Gegend Militär-Manöver abgehalten zu haben, dabei aber nicht auf den Norden gefeuert zu haben. Der Vorfall löste international starke Besorgnis aus. Die USA, Russland und auch Deutschland riefen zur Mäßigung auf. Der Konflikt belastete auch die Finanzmärkte.

Dem Fernsehsender YTN zufolge feuerte Nordkorea mindestens 200 Granaten auf die südkoreanische Insel Yeonpyeong ab, die nur rund 120 Kilometer westlich der Hauptstadt Seoul liegt. Zahlreiche Häuser gerieten in Brand. Dichte Rauchwolken verhüllten Teile der Insel. Die meisten Geschosse trafen einen Militärstützpunkt. „Häuser und Hügel stehen in Flammen, die Menschen bringen sich in Sicherheit“, sagte ein Augenzeuge YTN. „Die Menschen haben Todesangst.“ Viele Menschen flüchteten sich YTN zufolge während des rund eine Stunde dauernden Beschusses in Bunker. Einige Bewohner seien in Fischerbooten von der Insel geflohen.

Nordkorea erklärte, die Südkoreaner hätten zuerst geschossen. Trotz wiederholter Warnungen habe Südkorea mit Dutzenden Granaten das Feuer eröffnet, meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. Daraufhin seien harte militärische Gegenmaßnahmen ergriffen worden. Die Regierung in Seoul erklärte, in der Gegend seien zuvor Manöver abgehalten worden. Allerdings sei dabei nicht in nördlicher, sondern in westlicher Richtung gefeuert worden. Präsident Lee Myung Bak nannte den Beschuss von Zivilisten unverzeihlich und drohte dem Norden eine harte Bestrafung bei weiteren Aggressionen an. Gleichzeitig ließ er aber auch erkennen, dass er den Zwischenfall nicht weiter eskalieren lassen will.

Nordkorea hat unzählige Artillerie-Geschütze auf Seoul gerichtet - eine Feuerkraft, die der Metropolenregion mit ihren rund 25 Millionen Einwohnern schweren Schaden zufügen könnte. Beide Länder befinden sich offiziell noch im Kriegszustand. Der Korea-Krieg endete lediglich mit einer Waffenruhe. Die Spannungen zwischen beiden Staaten hatten sich in diesem Jahr verschärft. Hintergrund ist der Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffs im März. Der Süden wirft dem Norden vor, das Schiff versenkt zu haben. Bei dem Untergang kamen 46 Seeleute ums Leben.

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7 Kommentare zu "Angriff auf den Süden: Weltgemeinschaft besorgt über Korea-Eskalation"

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  • 17 Mann auf des toten Mannes Kiste !!!
    Wenn ich mich recht erinnere, waren es auch 17 Menschen, die von israelischen Soldaten getötet wurden also sie von der Türkei aus versucht haben in Palesina zu helfen.
    Nicht erinnern kann ich mich, an eine vergleichbar große Empörtheit der Welt über den Angriff der israelis. Ein Land, daß wie und wann es will Zivilisten tötet (e.g. barschel vom Mossad getötet Handelsblatt 22.11.10) und über mindestens das 1000 fache von Atomwaffen verfügt.

  • Kleines Spässle
    ich denke, die Koreaner brauchten ein paar Devisen, also:
    - Aktienindizes leerverkaufen
    - ein paar Granaten abschießen
    - indizes sinken
    - Geld einsacken
    - danach beschwichtigen: war nur ein Spässle





  • Nun kann man wirklich nicht mehr auf den Weihnachtsmarkt und Glühwein trinken, Waffeln, usw. essen.

    Hilfe wir werden alle Sterben irgendwann mal, AAAAAHHHHHH

  • Die Lage in Korea ist ausserordentlich kritisch. Egal, ob es irgendwann zu einem Kriegsausbruch kommt oder aber das nordkoreanische System kollabiert. Die Folgen beider Szenarien sind für die südkoreanische Volkswirtschaft mehr als kritisch und dramatisch.

  • Das finde ich die wirklich erstaunliche Meldung hinter der Meldung, angesichts eines russisch-nordkoreanischen Grenzgebietes, welches ca. 10 km umfasst - und eines Kim Jong-ils, der mehrfach mit der Tilgung des russischen Staates von der Landkarte gedroht hat.

    So sollte der Absatz zu Ende gehen. Das hat mir die Tastatur in der Eile aber nicht gegönnt. Mea Culpa.

  • Zitat:
    "Wegen der zunehmenden Spannungen in der Region hatte Russland bereits vor Monaten seine militärische Präsenz im Grenzgebiet zu Nordkorea erheblich verstärkt."

    Das finde ich die wirklich erstaunliche Meldung hinter der Meldung, angesichts eines russisch-nordkoreanischen Grenzgebietes.
    Aber vielleicht kommt der Alarmismus nur daher, dass auch beim Handelsblatt nur noch unbezahlte Praktikanten für die Online-Ausgabe schuften dürfen?!

  • Tja, offensichtlich ist in Nordkorea mal wieder der Reis alle. Da muß der oberste Gefängnis- und Lageraufseher Kim Jong il schnell auf sich aufmerksam machen, da mit die insassen seines GuLag's mal wieder was zu mümmeln haben.
    Der Tag an dem dieser Kerl endlich hängt, ist ein Feiertag!!!

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