Angriff auf Zivilisten im Irak
Uno verlangt von USA eine Untersuchung

Nachdem bei einem Luftangriff im Irak 15 Frauen und Kinder getötet wurden, verlangen die Vereinten Nationen nun von der US-Armee die Untersuchung des Vorfalls. Die Ergebnisse müssten öffentlich gemacht werden, damit aus den Fehlern gelernt werden könne, teilte die Uno am Freitag mit.

HB BAGDAD. Die Bei einem Bombenanschlag auf einem Spielplatz in der nordirakischen Stadt Tus Churmato wurden zwei Jungen im Alter von zehn und zwölf Jahren getötet und 17 weitere Kinder und Jugendliche verletzt. Der Attentäter hatte seinen Sprengsatz in einem Karren unter Spielsachen transportiert, wie die Polizei mitteilte. Die Kinder feierten auf dem Platz das muslimische Zuckerfest zum Ende des Fastenmonats Ramadan. Die Stadt wird mehrheitlich von schiitischen Turkmenen bewohnt.

„Zivilisten geraten viel zu oft zwischen die Gefechtsfronten“, sagte Uno-Sprecher Said Arikat. Die Regierung in Bagdad hat das US-Militär bereits mehrfach für die hohe Zahl ziviler Opfer bei Einsätzen kritisiert. Die irakischen Behörden waren wegen eines muslimischen Feiertags zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die US-Armee bekräftigte ihre Bereitschaft, den Vorfall zu untersuchen. „Wir treffen immer alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen, um sicherzustellen, dass unschuldige Leben verschont bleiben“, sagte ein US-Militärsprecher. Die betroffenen Familien der Opfer sollten zudem Hilfe erhalten.

Der Einsatz in der Nacht hatte den Angaben zufolge ranghohe Al-Kaida-Mitglieder zum Ziel. Das Militär warf den Rebellen vor, die Frauen und Kinder absichtlich in Gefahr gebracht zu haben. Nach offiziellen Angaben wurden neben den Zivilisten auch 19 mutmaßliche Aufständische getötet.

Seit der Anfang des Jahres verstärkten US-Offensive ist die Zahl der Todesopfer in der Bevölkerung und bei den US-Soldaten zurückgegangen. Laut einem jüngsten Uno-Menschenrechtsbericht für den Zeitraum April bis Juni kamen bei US-Luftangriffen insgesamt 88 Zivilisten ums Leben. Bei Selbstmordattentaten, religiös motivierter Anschläge und Straßenbomben wurden bislang fast 900 Zivilisten getötet, im Schnitt sterben damit 30 Menschen am Tag.

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