Angriff galt offenbar eigentlich US-Konvoi
GSG-9-Konvoi in Irak fuhr trotz Warnungen

Drei GSG-9-Beamte sind beim Angriff auf einen deutschen Konvoi in Irak nur knapp dem Tod entkommen. Zwei ihrer Kollegen starben. Laut Presseberichten fuhr der Konvoi trotz mehrmaliger Warnung.

HB BERLIN. Den Angriff auf einen deutschen Botschaftskonvoi im Irak vor wenigen Tagen haben drei GSG-9-Beamte nur knapp überlebt. Zwei ihrer Kollegen waren dabei ums Leben gekommen. Wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» am Samstag vorab berichtete, wurde der gepanzerte Mercedes der drei GSG-9-Beamten bei der Attacke stark beschädigt.

Die Männer seien ihren Angreifern jedoch entkommen und mit einem der jordanischen Lasttaxis, die den Transport begleiteten, zur deutschen Botschaft in Bagdad geflüchtet. Der Konvoi geriet nach den bisherigen Untersuchungen auf der nördlichen Umgehungsstraße von Falludscha in einen Hinterhalt. Dabei hätten sich irakische Widerstandskämpfer über mehrere Kilometer postiert und die Kolonne mit Schnellfeuergewehren und Panzerfäusten beschossen, schreibt das Magazin.

Deutsche Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass der Hinterhalt ursprünglich für einen Überfall auf einen amerikanischen Konvoi geplant gewesen sei. Der deutsche Konvoi hätte schon fünf Tage zuvor auf dem Weg nach Bagdad sein sollen. Wegen eines Getriebeschadens und eines Sandsturms seien die Botschaftsfahrzeuge jedoch erst deutlich später losgefahren.

Alle Versuche, die Leichen der beiden höchstwahrscheinlich getöteten deutschen GSG-9-Beamten zu bergen, seien bisher gescheitert, berichtet «Spiegel». Die deutsche Botschaft habe inzwischen Iraker in Falludscha aufgefordert, bei der Suche zu helfen. Nach Informationen des Magazins «Focus» war der deutsche Konvoi drei Mal eindringlich vor der Fahrt nach Bagdad gewarnt worden. «Focus» berief sich dabei am Samstag auf erste Erkenntnisse einer von Bundesinnenminister Otto Schily eingeleiteten internen Untersuchung.

Mitarbeiter jordanischer und deutscher Nachrichtendienste wiesen die von GSG-9-Beamten gesicherte Kolonne demnach am Morgen des 7. April vor dem Start in der jordanischen Hauptstadt Amman auf die enorme Gefahrenlage hin und rieten dringend von der Reise ab.

Auch der deutsche Diplomat Claude-Robert Ellner hatte laut «Focus» ursprünglich geplant, in einem der gepanzerten GSG-9-Fahrzeuge von Amman nach Bagdad zu fahren. Wegen Warnungen von Mitarbeitern einer privaten Hilfsorganisation habe sich Ellner dann entschieden, am 6. April stattdessen zu fliegen. Vor dem Start habe der Diplomat die GSG-9-Leute angewiesen, bald mit den Autos zu folgen.

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