Angriffe am Sonntag
Weitere Tote im Gaza-Konflikt

Obwohl israelische Truppen den Gazastreifen verlassen, kommt es auf palästinensischer Seite zu weiteren Toten. Geschosse schlagen nahe einer Schule ein. Der zunächst entführt geglaubte israelische Soldat Goldin ist tot.
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Gaza-StadtBei einem Angriff in der Nähe einer UN-Schule im Gazastreifen sind am Sonntag nach palästinensischen Angaben zehn Menschen getötet worden. Wie der Sprecher der Gesundheitsbehörden, Aschraf al-Kidra, mitteilte, wurden 35 weitere verletzt.

Augenzeugen sagten, die Jungenschule in Rafah habe einen Treffer erhalten, als Menschen für Lebensmittel anstanden. In der Schule der Vereinten Nationen hätten Bürger Zuflucht gesucht, die von dem seit 27 Tagen andauernden Krieg zwischen Hamas und Israel aus ihren Häusern vertrieben worden seien.

Die israelischen Streitkräfte äußerten sich zunächst nicht zu dem Zwischenfall. Die Vereinten Nationen teilten mit, es sei zunächst nicht klar, ob der Einschlag von einem israelischen oder palästinensischen Geschoss stamme.

Bereits am Sonntagmorgen waren bei erneuten israelischen Luftangriffen im südlichen Gazastreifen nach palästinensischen Angaben neun Menschen getötet worden.

Israel hatte zuvor mit einer Umgruppierung seiner Truppen an der Grenze zum Gazastreifen begonnen. Panzer und andere Fahrzeuge verließen das palästinensische Gebiet, nachdem Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Samstag eine Überprüfung der Offensive signalisiert hatte. Deren Dauer hänge davon ab, wie viel Zeit die Truppen zur Zerstörung des Tunnelsystems der Hamas entlang der Grenze benötigten, über das militante Palästinenser für Anschläge nach Israel eindringen könnten.

Aus Sicherheitskreisen verlautete, die Operation gegen die Tunnel nähere sich dem Abschluss. Ein weiterer Grund für intensive israelische Einsätze im Gazastreifen war die seit Freitag befürchtete Entführung eines Soldaten. Am Sonntagmorgen wurde offiziell mitgeteilt, Hadar Goldin sei im Kampf gefallen. Er sollte am Sonntagnachmittag (16.30 MESZ) auf dem Militärfriedhof in Kfar Saba bei Tel Aviv beigesetzt werden. Der 23-Jährige war am Freitag von Israel als im Gazastreifen entführt gemeldet worden. Eine Kommission unter Leitung des Chefrabbiners der Streitkräfte erklärte den Leutnant inzwischen aufgrund der Befunde vor Ort für tot. Die genauen Umstände seines Todes sind jedoch weiter ungeklärt.

Netanjahu sagte in seiner Fernsehansprache, die Hamas würde einen „unerträglichen Preis“ zahlen müssen, sollten die Raketenangriffe auf Israel andauern. Er warnte die Hamas vor weiteren Angriffen auf Israel. „Wir akzeptieren keine Fortsetzung des Beschusses“, sagte der Regierungschef. Vor gut drei Wochen hatte Israel seine Offensive begonnen, um nach eigener Darstellung den anhaltenden Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen zu stoppen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Weitere Angriffe auf UN-Schulen
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    Aber die Luftwaffe und auch die Artillerie und Marine führten ihre Bombardierungen und Beschießungen weiter, wobei am Sonntag erneut eine UN-Schule, diesmal in Rafah am Südende des Gazastreifens, getroffen wurde, in die sich Flüchtlinge in vermeintliche Sicherheit gebracht hatten.

    Aber das verwundert auch nicht. Die Hamas und Der islamistische Dschihad verstecken dort ihre Waffen und Raketen, mit denen sie Israel angreifen. Die Zivilbevölkerung wird dabei in Geiselhaft genommen.
    Und wenn dann Zivilisten

    Aber die Luftwaffe und auch die Artillerie und Marine führten ihre Bombardierungen und Beschießungen weiter, wobei am Sonntag erneut eine UN-Schule, diesmal in Rafah am Südende des Gazastreifens, getroffen wurde, in die sich Flüchtlinge in vermeintliche Sicherheit gebracht hatten.


    Aber das verwundert auch nicht. Die Hamas und Der islamistische Dschihad verstecken dort ihre Waffen und Raketen, mit denen sie Israel angreifen. Die Zivilbevölkerung wird dabei in Geiselhaft genommen.
    Und wenn dann Zivilisten ums Leben kommen, ist das gut für ihre Propaganda.

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