Angriffe auf angebliches Terroristenlager nahe Falludascha und die Stadt selbst
Irak: US-Bomben töten 76 Menschen

Bei einem US-Luftangriff auf ein Dorf nahe Falludscha starben nach Angaben des US-Militärs 60 Anhänger des Terroristen Sarkawi. In der Stadt selbst hat die US-Armee laut örtlichem Krankenhaus 16 Zivilisten getötet. Ein Geheimdienspapier hält einen Bürgerkrieg im Irak für möglich.

HB BAGDAD/WASHINGTON. Mit einem „Präzisionsschlag“ aus der Luft seien am Donnerstagabend im Dorf Karjat ar Rufusch bei Falludscha drei Gebäude eines Terroristenlagers zerstört worden, in dem sich rund 90 Anhänger des jordanischen Terroristen Abu Mussab el Sarkawi aufgehalten hätten. Sarkawi soll Verbindungen zu El Kaida von Osama bin Laden unterhalten. 60 Ausländer seien bei dem Luftangriff getötet worden, der Rest habe fliehen können, hieß es in einer Mitteilung des US-Militärkommandos.

Im benachbarten Falludscha starben nach Angaben von Ärzten eines Krankenhauses 16 Zivilisten bei einem US-Bombardement, darunter Frauen und Kinder. In den vergangenen Wochen haben US-Streitkräfte rund ein Dutzend Angriffe auf Falludscha geflogen. Die sunnitische Rebellenhochburg westlich von Bagdad wird von Aufständischen kontrolliert. Die US-Armee hat erklärt, vor den für Januar geplanten Wahlen alle von Rebellen gehaltenen Widerstandsnester zurückerobern zu wollen.

Die US-Regierung betrachtet die Aussichten auf eine Befriedung des Iraks nach Informationen der „New York Times“ zunehmend pessimistisch. In einem vertraulichen Papier zur Einschätzung der Lage, das Ende Juli für Präsident George W. Bush erstellt wurde, hätten die Geheimdienste einen Bürgerkrieg nicht ausgeschlossen. Die Beamten hätten drei mögliche Szenarien aufgezeigt. Im schlimmsten Falle rutsche das Land in den Bürgerkrieg ab, im besten Falle bleibe die Sicherheit ein Problem und die Stabilität in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht prekär.

Öffentlich gibt sich die US-Regierung nach wie vor optimistisch. Präsidentensprecher Scott McClellan sagte am Mittwoch, Pessimisten hätten von Anfang an gesagt, der Irak sei nicht zu befrieden. Die irakische Führung und das irakische Volk bewiesen aber das Gegenteil, „weil sie entschlossen sind, eine freie und friedliche Zukunft zu erreichen“.

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