Angriffe auf den Libanon
Amnesty wirft Israel Kriegsverbrechen vor

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Israel vorgeworfen, im Krieg gegen die Hisbollah gezielt Zivilisten angegriffen zu haben. Bei dem Feldzug habe Israel daher wahrscheinlich Kriegsverbrechen begangen.

HB LONDON. Die Organisation rief die Vereinten Nationen in einem in der Nacht zum Mittwoch veröffentlichten Bericht dazu auf, schnell eine unabhängige Untersuchung möglicher Völkerrechtsverletzungen durch beide Konfliktparteien einzuleiten.

Die Fakten weisen stark darauf hin, dass die umfassende Zerstörung von öffentlichen Einrichtungen, Stromwerken, zivilen Wohnungen und der Industrie viel mehr absichtlich und ein wichtiger Bestandteil der Militärstrategie als bloß kollaterale Schäden waren“, hieß es in dem Amnesty-Bericht. Viele der in dem Bericht untersuchten Verstöße seien Kriegsverbrechen, aus denen sich eine individuelle Verantwortung heraus ergebe.

Israel hat Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen, im Libanon-Krieg bewusst Zivilisten getötet zu haben. Die Armee betont, mit Flugblättern vor Angriffen gewarnt zu haben. Zudem beschuldigt Israel die Hisbollah, Raketen auf Israel aus der Nähe von zivilen Einrichtungen im Südlibanon abgefeuert zu haben. Bei dem rund fünfwöchigen Krieg kamen Amnesty zufolge mehr als 1 100 Menschen im Libanon ums Leben - ein Drittel davon Kinder. Auf israelischer Seite starben knapp 160 Menschen bei militärischen Kämpfen und Hisbollah-Raketeneinschlägen.

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