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Angriffe auf Polizei: Neue Terrorwelle im Herzen Pakistans

Die Serie von Terroranschlägen in Pakistan reißt nicht ab. Dutzende von Bewaffneten griffen am Donnerstagmorgen drei Gebäude der Polizei im ostpakistanischen Lahore an. Dabei kamen mehrere Menschen ums Leben.

NEU-DELHI. In Pakistan sind bei mehreren Anschlägen auf Polizeieinrichtungen erneut mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. In Pakistans zweitgrößter Stadt Lahore griffen mutmaßliche Anhänger der radikal-islamischen Taliban fast gleichzeitig das Hauptquartier der Kriminalpolizei sowie zwei Ausbildungszentren an, darunter ein landesweit bekanntes Trainingsinstitut für Elitepolizisten. Die Polizei meldete bisher 14 Tote und mehr als 20 Verletzte. Die Zahl der Opfer könnte jedoch noch deutlich steigen, da die Angreifer in mindestens einem der beiden Ausbildungszentren offenbar Geiseln genommen haben und sich heftige Gefechte mit den Sicherheitskräften liefern.

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In der Stadt Kohat im Nordwesten Pakistans fuhr ein Selbstmordattentäter ein mit Sprengstoff beladenes Auto gegen die Außenmauer einer Polizeistation. Dabei starben nach Polizeiangaben mindestens zehn Menschen, darunter auch Schulkinder. Mehr als zwanzig Menschen seien verletzt worden. Unter den Trümmern der Polizeistation könnten noch weitere Opfer liegen, hieß es.

Die Anschlagserie ist der jüngste Höhepunkt einer vor knapp zwei Wochen begonnenen Terroroffensive der Taliban. Die Islamisten wollen damit Druck auf die Regierung und das Militär ausüben, eine offenbar geplante Offensive auf das halbautonome Stammesgebiet Süd-Wasiristan abzublasen. Die Region an der Grenze zu Afghanistan gilt als die Operationszentrale islamistischer Terroristen. Der US-Geheimdienst CIA vermutet, dass sich unter anderem El-Kaida-Chef Osama Bin Laden dort versteckt. Die Taliban hatten zudem angekündigt, mit Ter-rorangriffen auf Einrichtungen von Staat und Armee den Tod ihres Anführer Baitullah Mehsud rächen zu wollen. Er war im August von einer ferngesteuerten US-Rakete getötet worden. Am vergangenen Wochenende hatten die Taliban das Hauptquartier der pakistanischen Armee in Rawalpindi nahe Islamabad angegriffen und Geiseln genommen. Dabei starben 22 Menschen

Die Polizei in Lahore teilte mit, die Lage im Hauptquartier der Kriminalpolizei sei inzwischen unter Kontrolle. Zwei Angreifer, drei Polizisten und vier in dem Gebäude tätige Angestellte seien getötet worden. Auch in einer der beiden Polizeiakademien soll die Lage nach einem zweistündigen Feuergefecht mittlerweile unter Kontrolle sein. Die Bilanz dort: zwei tote Terroristen, fünf tote Polizisten und mindestens ein Dutzend Verletzte. Unklar ist weiterhin die Lage in der Elitepolizeischule. Die jüngsten Attentate erhöhen die Zahl der Opfer von Terroranschlägen in den vergangenen zwei Wochen auf mehr als 120.

Unterdessen wurden bei einem mutmaßlichen US-Raketenangriff im Nordwesten Pakistans mindestens vier Menschen getötet. Es handele sich vermutlich um militante Islamisten, hieß es aus Kreisen des pakistanischen Geheimdiensts. Die USA haben die Zahl ferngesteuerter Raketenangriffe in Pakistan in den vergangenen Monaten deutlich erhöht. Dabei wurden eine Reihe hochrangiger Kader der Taliban und des Terrornetzwerks Al Kaida getötet.

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