Angst vor Atomkatastrophe
Verzweifelter Kampf gegen die Strahlung

Gefährlich niedriger Wasserstand in Abklingbecken. Im bislang vergleichsweise unkritischen Reaktor wurde die Kühlung wieder in Gang gebracht. Die Zahl der Toten und Vermissten nähert sich der Marke von 20 000.
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TokioDie Einsatzkräfte im japanischen Atomkraftwerk Fukushima haben am Sonntag versucht, die besonders kritischen Reaktorblöcke 3 und 4 unter Wasser zu setzen.

In beiden Reaktoren ist der Wasserstand der Abklingbecken für abgebrannte Kernbrennstäbe gefährlich niedrig, wie aus einem Statusbericht des Japanischen Atomenergieforums (JAIF) für Sonntag 10.00 Uhr Ortszeit (02.00 Uhr MEZ) hervorgeht. Block 3 stand 13 Stunden lang unter dem Beschuss von Wasserwerfern. Danach wurde auch Block 4 von Soldaten der japanischen Streitkräfte mit Wasser bespritzt. Dieser Einsatz wurde nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo gegen 9.45 Uhr Ortszeit (1.45 Uhr MEZ) zunächst wieder beendet.

Auf den erheblich beschädigten Block 3 seien vermutlich mehr als 2000 Tonnen Wasser niedergegangen, meldete Kyodo. Das dortige Abklingbecken fasst 1400 Tonnen Wasser. Die in Block 3 verwendeten Brennelemente sind besonders gefährlich, weil es sich dabei um Plutonium-Uran-Mischoxide (MOX) handelt. Auch in Block 4 ist es vor allem das Ziel, den Wasserstand des Abklingbeckens mit abgebrannten Kernbrennstäben zu erhöhen.

Der Reaktor 4 war wegen Wartungsarbeiten schon vor dem Erdbeben abgeschaltet, das Becken mit dem weiter strahlenden Material gilt aber als besonders große Gefahrenquelle. Unterdessen wurde das Kühlsystem im Reaktor 6 wieder in Gang gesetzt, nachdem dort die Stromversorgung wiederhergestellt worden war. Anschließend sei die Temperatur in einem überhitzen Kühlbecken deutlich gesunken, wie Kyodo unter Berufung auf den Kraftwerksbetreiber Tepco weiter berichtete. Die Stromversorgung für die Reaktorblöcke 1 und 2 soll am Sonntag wiederhergestellt werden - mit dem Ziel, die Kühlung der dortigen Abklingbecken wieder in Gang zu setzen. Die von Fukushima ausgehende Strahlung belastet zunehmend Trinkwasser und Lebensmittel.

In der Stadt Kawamata, die zur Präfektur Fukushima gehört, wurde verstrahlte Milch festgestellt. Die Belastung mit radioaktivem Jod übersteige den zugelassenen Grenzwert, teilte am Samstag das Gesundheitsministerium nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo mit. Kawamata liegt 45 Kilometer nordwestlich des Atomkraftwerks. In der Präfektur Fukushima wie in den angrenzenden Verwaltungsregionen wurde eine geringe Belastung des Trinkwassers mit radioaktivem Jod festgestellt. Die Werte liegen zwischen 0,27 und 77 Becquerel pro Kilogramm bei einem Grenzwert von 300 Becquerel. Eine Messung des Leitungswassers in Tokio ergab eine Jod-Belastung von 1,5 Becquerel. Die Verstrahlung mit Cäsium erreichte Werte von 0,22 bis 1,6 Becquerel pro Kilogramm bei einem zulässigen Grenzwert von 200 Becquerel. Das Gesundheitsministerium erklärte, im Moment gehe von dem Leitungswasser keine Gefahr für die menschliche Gesundheit aus.

Die Zahl der Toten und Verletzten nach Erdbeben und Tsunami vom 11. März nähert sich inzwischen der Marke von 20 000. Bis Samstagabend registrierte die Polizei 7653 Tote und 11 746 Vermisste.

Bergungsspezialisten des Technischen Hilfswerks (THW) kehrten unterdessen aus Japan nach Deutschland zurück. Die 41 Frauen und Männer landeten am Samstagabend mit einer Sondermaschine auf dem Flughafen Frankfurt und wurden in einer Wache der Flughafen-Feuerwehr in Empfang genommen. Mit an Bord waren 20 weitere Personen aus sechs Ländern, darunter fünf Deutsche. Sie wurden in Frankfurt von Seelsorgern betreut.

Vor der Landung in Frankfurt waren in Zürich 21 Schweizer Retter abgesetzt worden. Auch Rettungshunde waren an Bord. Messungen vor der Abreise wie nach der Landung hätten keine radioaktive Belastung der Helfer ergeben, sagte der Nuklearexperte des THW-Teams, Mario König. Die Gruppe habe sich dem Unglücksreaktor nicht mehr als 80 Kilometer genähert.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das macht wenig Sinn, was die Behörden vor Ort berichten. Warum hat man nicht schon vorzeitig versucht eine neue Stromleitung zum Reaktor zu legen, um die Kühlung wieder zu aktivieren?

    Wenn man sich Bilder von dem Kraftwerk anschaut, dann ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Pumpen oder das Kühlsystem funktionsfähig ist bzw. nicht zerstört sind.

    Wenn das Reaktordach durch die Wucht der Explosion weggerissen wurde, dann denke ich, dass die Kühlanlage auch geschädigt wurde.

    In welchem Maße ist die eigentlich Frage. Ich finde es einfach erschreckend, dass wir Menschen bei einem drohenden Super Gau vollkommen machtlos sind.

    Meiner Ansicht nach ist die Atomenergie nicht mehr tragbar und eine tickende Zeitbombe.

  • es wird gelogen und gelogen von den Presstituierten in den Medien, glaubt einer von Euch, da noch eine ehrliche Info zu bekommen....?
    na klar, alles ist gut Fukushima, und das Kabel wird gelegt und die Kühlung funktioniert....und alles wird abgedeckt und auch keine Strahlung ist da....
    lasst EUCH doch nicht verar+++en, nix ist gut, aber die Presstituierten verbreiten...

    Alles wird gut

  • Ich kann mich auch nur wundern über die Dinge, die da berichtet werden. Offensichtlich werden hauptsächlich Vermutungen und Halbwahrheiten verbreitet.
    Jedenfalls muß ich den Japanern Naivität und Inkompetenz vorwerfen. Man ist offensichtlich völlig unvorbereitet in diese schlimme Katastrophe hineingelaufen, ist auch nicht mal in der Lage innerhalb von Tagen eine passende Notstromverbindung herzustellen. Ganz davon abgesehen, daß man keine brauchbare Vorsorge getroffen hat. Konnten die Konstrukteure und Verantwortlichen nicht wissen, was es bedeutet, ein Kernkraftwerk an dieser exponierten Stelle im absolut riskanten Erdbebengebiet und zugleich im direkten Blick auf einen katastrophalen Tsunami zu errichten ?

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