Angst vor Crash der Euro-Zone EZB-Banker warnt vor Euro-Rauswurf Griechenlands

Das große Zittern um die Zukunft Griechenlands schürt die Angst, dass am Ende die Euro-Zone zerbrechen könnte. Innerhalb der EZB hält man daher Überlegungen eines Euro-Ausschlusses für höchst gefährlich.
Update: 06.01.2012 - 08:46 Uhr 36 Kommentare
Eine Euro-Münze. Quelle: dpa

Eine Euro-Münze.

(Foto: dpa)

AmsterdamDer Zwangsausschluss eines Staates der Euro-Zone würde dem EZB-Ratsmitglied Klaas Knot zufolge zu einem Zusammenbruch des Währungsraums führen. „Einen unfreiwilligen Austritt zu ermöglichen würde zu einem Vertrauensverlust führen“, sagte der niederländische Notenbankchef am Donnerstag. Dies würde einer Einladung an Spekulanten gleichkommen.

Knot antwortete damit im niederländischen Fernsehen auf die Frage, ob man das hochverschuldete Griechenland lieber aus der Euro-Zone ausschließen sollte. Die Währung selbst würde den Zusammenbruch überstehen, sagte Knot weiter: Die einzelnen europäischen Volkswirtschaften seien in den vergangenen Jahren so verzahnt worden, dass es nicht mehr möglich sei, den Euro abzuschaffen.

Die japanische Regierung reagiert derweil zunehmend frustriert auf den langsamen Fortschritt in der Schuldenkrise und den Wertverlust des Euro. Das Finanzministerium warnte am Freitag, dass die Talfahrt der Gemeinschaftswährung gegenüber dem Yen eine Gefahr für die Wirtschaft des Landes sei und deshalb genau beobachtet werden solle. Bei einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen Timothy Geithner will Finanzminister Jun Azumi darüber beraten, wie die beiden Länder gemeinsam mit China Europa unterstützen können - vorausgesetzt, die Europäer selbst leisteten überzeugende Anstrengungen. Der Euro fiel zum Jahresanfang gegenüber dem Yen auf den tiefsten Stand seit elf Jahren.

Auch wenn die Äußerungen Azumis nach Einschätzung von Experten eindeutig Ausdruck einer wachsenden Frustration mit der Schuldenkrise sind, so weisen sie dennoch nicht auf eine unmittelbar bevorstehende Intervention der Notenbank hin. Bei seinen Eingriffen am Devisenmarkt hat sich Japan in der Vergangenheit fast ausschließlich auf den Wechselkurs zwischen Yen und Dollar konzentriert.

Ein Scheitern des Euro und ein Untergang der Europäischen Union hätte nach Einschätzung von Star-Investor George Soros schreckliche Folgen. Es wäre nicht nur für „Europa katastrophal sondern auch für das weltweite Finanzsystem“, zitierte die Zeitung „Business Line“ am Freitag Soros bei einem Besuch der südindischen Stadt Hyderabad. Die Krise in der Euro-Zone sei „ernsthafter und gefährlicher als der Zusammenbruch von 2008“, zitierte die „Economic Times“ den US-Milliardär und Hedge-Fonds-Manager. Der 81-Jährige wird von Forbes mit einem Vermögen von 22 Milliarden Dollar als siebtreichster Mann der Welt aufgeführt.

Ausgelöst wurde die neue Angstdebatte von Griechenlands Ministerpräsident Lucas Papademos, der eindringlich vor einer „unkontrollierbaren Staatspleite“ gewarnt hatte. Die Arbeitnehmer müssten weitere Lohnkürzungen hinnehmen, um die Sparziele zu erfüllen. Andernfalls „laufen wir Gefahr bald nichts mehr zu haben“, hatte Papademos bei einem Treffen mit Vertretern der Gewerkschaften gesagt. Seine Regierung will neue Regelungen einführen, um Steuern einzutreiben. „Die nächsten drei Monate sind kritisch für den Kurs der griechischen Finanzen“, sagte Papademos vor seinem Ministerrat, teilte sein Büro am Donnerstagabend mit.

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36 Kommentare zu "Angst vor Crash der Euro-Zone: EZB-Banker warnt vor Euro-Rauswurf Griechenlands"

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  • gemeint war petervonbremen

  • Dies scheint ein sinnvoller und guter Beitrag. Insbesondere dem in den Diskussionen immer wieder zitierten Schreckgespenst des Auseinanderfallens der Euro-Zone kann nicht entschieden genug widersprochen werden. Es sind stets nur pauschale, in keiner Weise quantifizierte Konsequenzen, mit denen für den Fall des moralisch absolut gerechtfertigten, vorübergehenden Ausschlusses Griechenlands aus der Euro-Zone gedroht wird. Ansehen sowie wirtschaftliche und politische Kraft Europas werden durch die unvertretbar zögerlichen Lösungsversuche ausgehöhlt. Eine Lösung aber ist im nachhaltigen Interesse aller beteiligten Nationen dringend erforderlich. Wenn die gewählten Volksvertreter nach zwei Jahren bislang nicht einmal in die Nähe einer nachhaltigen Lösung gelangt sind, dann sollte angesichts der außergewöhnlichen Größe und breiten Wirkung des Problems ein außergewöhnlicher Weg zur Lösung beschritten werden: Volksbefragungen!

  • Welche Experten befürchten schlimme Folgen für die EU,wenn Griechenland aus der Währungsunion austreten sollte wurde in dem Bericht leider nicht genannt.Ich finde diese Spekulationen,mehr ist es nicht, weit übertrieben.Natürlich wird es einige Banken hart treffen es gibt aber genügend Möglichkeiten die betroffene Banken zu stützen.Die EU wird auch ohne Griechen weiter bestehen,vielleicht werden es im laufe der Zeit einige Mitglieder weniger sein doch sie wird weiter bestehen.

  • sagen wir mal so, noch sind wir nicht so weit, dass man aus den headlines vieles glauben sollte. Aber 1-2% der Leserbeiträge sind extrem informativ und mit etwas Google erfährt man nicht nur was SHAEF ist sondern auch §146 oder ESM-Verträge / Herr Wulff.

    Und an der Reaktion der "Wissenden" kann man dann schnell erkennen, ob es eine Beitrag der V-Leute war, oder ob man dem Artikel in einem Verschwöhrungsforum wirklich glauben kann.

    Erstaunt und erfreut bin ich über das Hohe Wissen der schweigenden dt. Mehrheit, die total hinter Herr Wulff steht. Mag die Mehrheit auch still sein, sie weiß dennoch oft mehr, als gewisse Dummschwätzer.

  • GOLDMAN SACHS RULES THE WORLD

    und einmal mehr ein Paradebeispiel für gelunge Propaganda aus dem Hause Rothschild et al.

    Ich nehme an, dass im Falle einer Verweigerung des Handelsblattes durch das Drucken solcher Artikel als Handlanger der Finanzmafia zu fungieren, diese - für deutsche Verhältnisse - immer noch herausragende Zeitung schon bald Geschichte wäre. Zum Glück können viele der Leser den wahren Wert dieser Art des Auftragsjournalismus' richtig einschätzen.

  • Wer sich so total von anderen abhängig macht, ist selber schuld an seinem Untergang. Wenn sich ein Gebilde wie die EU, so ineinander verzahnt, dann kann das niemals gut gehen. Autonomie der Staaten ist unabdingbar und bedeutet auch , selbstständig überleben zu können. Alles, was man dazu braucht, wurde von der Politk beseitigt, von den Banken ausgenützt, von der Finazmafia rigoros in gigantische Gewinne verwandelt.
    Jetzt gleichen sie einen Ertrinkenden , der nach Hilfe ruft, dessen Boot voller Löcher ist und dem Untergang nicht entkommen kann.
    Wie kann man sich nur so verschachteln, EU hin oder her,
    aber eine Schutzmauer für Brände braucht jedes Haus und jedes Land, diese hat man in grenzenloser Dummheit eingerissen, vor lauter Ideologie eines vereinten "Imperiums mit Zentralregierung", ohne nationale Souveränität.
    Jetzt stehen sie vor einem Scherbenhaufen, wie alle Imperialisten vor ihnen. Wären sie bei einem Europa der Vaterländer geblieben, Staatenbund statt Bundesstaat, mit nationaler Souveränität, dann stünden wir heute besser da. Aber, man glaubte wieder mal, am Gipfel der Weisheit , der Unfehlbarkeit angekommen zu sein, ohne die Verschiedenheit der Menschen und Völker zu berücksichtigen. Jetzt haben sie das Desaster, sie haben es selbst geschaffen, sie werden damit nicht mehr fertig werden. Es wird eine Neuordnung -Neustart kommen müssen, egal wie diese aussieht. Das sieht mittlerweile sogar ein Blinder. Je schneller sie mit dem aussichtslosen Pokern und der Rettungswirtschaft aufhören, um so besser. Andernfalls endet alles im Total-Chaos. Es ist so weder regierbar noch finanzierbar.

  • leider wird schon Geld in den GIIPS-Ländern gedruckt.
    Die sogenannten TARGET-Salden belaufen sich auf 500Mrd€.
    Will sagen, wir Deutsche haben Waren und Dienstleistungen von 500Mrd€ geliefert und dafür in Griechenland gedruckte Euroscheine erhalten.

  • Was man gegen die vernetzte Korruption der Oberen tun kann??

    Wenig bis nichts! Wenn z.B. reiche Griechen ihr Geld in Sicherheit bringen, müsste man um etwas zu bewerkstelligen schon mindestens mal europaweit die Finanzströme kontrollieren und teilweise einfrieren und zurück in die Gemeinschaft führen.
    Quasi werden Miollionäre dann ab meinetwegen 50 Mio. aufwärts - nur um mal eine Zahl in den Raum zu werfen- enteignet. Schluss aus! Nicht mehr, aber auch nicht weniger!
    Das Problem ist doch, das egal wie ausgereift ein Steuersystem ist, uns die Realität beweist, dass die sog. Armen Steuern zahlen müssen (MwSt. z.B.) während die sog. Reichen immer genügend Schlupflöcher und Wege finden, ihr Geld zu vermehren.

    Ich bin beim weitem kein Kommunist, und würde mich auch nicht als politisch links bezeichnen, doch wenn man sich die Verteilung von Wohlstand, Besitz, Arbeit, Freiheit etc. bei uns in Deutschland, Europa und sogar global anschaut ist es doch so, dass es heute noch genauso ist wie im feudalen Mittelalter. Klerus und Adel teilten sich damals schon alle Besitztümer und ließn die restlichen 97% und mehr für sich arbeiten...

    Da man über Gesetze und Steuern dieses Missverhätnis augescheinlich wohl nicht sauber lösen kann bleibt nur eins: Revolution nach französischem Vorbild!

    Oder, wie es so schön in einer Folge der Simpsons heißt, als Bart in einer jap. Fischfabrik arbeiten muss:

    Messer rein- Gedärme raus!!

  • Es kommt so oder so zur Umverteilung, wie sie derzeit überall auf der Welt beobachtbar ist, und wie sie in langen Zyklen immer wieder hin und her geht. Gehen die Griechen nicht pleite, zahlen wir (Bürger der EU) die BankenRETTUNGEN(!) und damit an die großen Investoren. Gehen die Griechen pleite, leiden nur die weniger Begüterten, die Reichen haben ihr Geld im Ausland geparkt und kaufen dann, wenn es billig ist, das Land und die Gewerbe auf. Das hat Herr Strauß sehr schön formuliert in dem Interview. Ich frage mich, wieso sich alle Leute überall maximal aussaugen lassen? Wie ist es nur gekommen, dass es eine derartige Korruption der Global Player und der Politik gibt? Da wird sowas von abgesahnt, dass man nur noch fettreduzierte Milch zu kaufen bekommt, und dann ist von Abzocke wegen Dienstwagen die Rede oder wegen irgendwelcher billigen Kredite in grauer Vergangenheit. Lächerlich. Als würden unsere Politiker die Hotelübernachtung selbst zahlen, wenn sie zum Meeting kommen. Alles nur Ablenkung von der unglaublichen Vernetzung, Lobbyismus, wie unsere Korruption heutzutage heißt. Da kauft ein GRIECHISCHER Milliardär eine unserer größten Handelsketten auf. Wie wäre es mit einem Bericht über die Steuern, die dieser Herr an Griechenland zahlt oder auch nicht? Und wie seine Gesamtbilanz ist? Und was davon wieder in Umlauf kommt? Was kann man tun, gegen weltweite Korruption?

  • Es wird mit Sicherheit ein wirtschaftliches aber machbares Inferno für die übrigen EU Länder werden , wenn Griechenland
    kontrolliert ausscheidet .Es wird aber mit Sicherheit eine
    nicht mehr kontrollierbare Katastrophe , wenn Griechenland
    noch die nächsten mindestens 30 Jahre Billionen von Euros erhällt.Dies würde alle noch gesunden Länder mit in den
    wirtschaftlichen Abgrund reißen .

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