Angst vor Einfrieren der Vermögenswerte
Iran zieht Geld aus Europa ab

Aus Angst vor einem Einfrieren seiner Vermögenswerte hat der Iran einem Medienbericht zufolge rund 75 Milliarden Dollar von europäischen Banken abgezogen.Tatsächlich erhöhen einige Staaten den Druck auf Teheran. So verkündete Großbritannien eine Verschärfung der Sanktionen.

HB LONDON/TEHERAN. US-Präsident George W. Bush hat am Montag auf der letzten Etappe seines Abschiedsbesuchs in Europa mit dem britischen Premierminister Gordon Brown über die Strategie in den internationalen Krisenherden beraten. Brown kündigte dabei an, dass Großbritannien die Sanktionen gegen den Iran verschärfen wird, um das Land von seinem Atomprogramm abzubringen. Dazu sollen die Guthaben der größten iranischen Bank eingefroren werden.

Brown betonte, der Dialog mit der Regierung in Teheran solle aufrecht erhalten werden. Wenn der Iran aber weiter die Resolutionen der Vereinten Nationen ignoriere, das Angebot der Partnerschaft zurückweise, dann gebe es keine andere Wahl, als die Sanktionen zu verschärfen, sagte Brown. Zu den weiteren Gesprächsthemen von Bush und Brown gehörten dem Vernehmen nach die Lage im Nahen Osten, der Klimawandel sowie die Situation in Afghanistan und Irak.

Montag war der letzte Tag von Bushs Abschiedsreise durch Europa. Er traf am Sonntag aus Paris kommend in Großbritannien ein, wo er am Abend von Königin Elizabeth auf Schloss Windsor empfangen wurde. Zuvor besuchte er bereits Slowenien, Deutschland und Italien. Im Vatikan war Bush von Papst Benedikt XVI. empfangen worden.

Rund 2500 Menschen protestierten am Sonntag in London gegen den Besuch von Bush. Demonstranten riefen in Sprechchören „Bush - Terrorist“. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben 25 Personen fest. Die Kundgebung fand nur wenige hundert Meter vom Amtssitz Browns statt, wo Bush und dessen Frau Laura zu einem privaten Abendessen mit dem Ehepaar Brown zusammensaßen.

Der Iran zog indes einem Medienbericht zufolge rund 75 Milliarden Dollar von europäischen Banken ab. Die Summe sei auf Anweisung von Präsident Mahmud Ahmadinedschad zurück in den Iran transferiert worden, berichtete die Wochenzeitung „Schahrwand-e Emrus“. Unter Berufung auf ein hochrangiges Regierungsmitglied hieß es, iranisches Vermögen bei europäischen Banken sei teils in Gold und Aktien umgewandelt und teils bei asiatischen Instituten angelegt worden.

Der Iran hatte sich am Wochenende im Streit um sein Atomprogramm trotz Androhung neuer Sanktionen unnachgiebig gezeigt. Mit einem neuen Anreizpaket wollen Deutschland sowie die Uno-Vetomächte USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien das Land zu einem Kurswechsel bewegen. Sollte der Iran nicht darauf eingehen, muss das Land mit weiteren Strafmaßnahmen rechnen.

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