Angst vor Isolation
Britische Liberale kämpfen für EU-Mitgliedschaft

Während Premier Cameron über einen Abschied der Briten aus der EU nachdenken, wollen sich die britischen Liberaldemokraten für einen Verbleib einsetzen. Das belastet die Umfragewerte der kleinen Partei.
  • 4

LondonGroßbritanniens Vize-Premier Nick Clegg hat seine liberaldemokratische Partei zum Kampf für den Verbleib des Königreichs in der EU aufgerufen. „Liberaldemokraten, es ist unsere Aufgabe, für das nationale Interesse einzutreten“, sagte Parteichef Clegg am Mittwoch zum Abschluss des Herbstparteitags in Glasgow. Dafür müsse alle Parteipolitik überwunden werden. „Die Konservativen haben die bizarre Ansicht, dass wir Europa den Rücken zukehren und trotzdem weiter eine Führungsposition in der Welt haben könnten.“ Großbritannien werde aber nicht mehr ernst genommen, wenn es sich selbst derart isoliere.

Clegg wandte sich gegen innerparteiliche Kritik an ihm, er habe als Juniorpartner in der Koalitionsregierung mit den konservativen Tories von Premierminister David Cameron die Interessen der „LibDems“ zu wenig verfolgt. Der Parteichef betonte, die wirtschaftliche Erholung Großbritanniens sei ohne die Liberaldemokraten nicht möglich gewesen. So seien sie etwa für die Schaffung von mehr Ausbildungsplätzen verantwortlich. Am Dienstag hatte Clegg kostenloses Essen für Kinder in den ersten drei Schuljahren bekanntgegeben und sich damit auch von den Konservativen abgrenzen wollen. Die Partei habe gezeigt, dass sie erfolgreich regieren könne, sagte er.

Er forderte die Briten auf, bei der nächsten Parlamentswahl 2015 sicherzustellen, dass keine Ein-Parteien-Regierung zustande kommen könne. „Labour würde die Erholung zerstören. Die Konservativen würden uns die falsche Form der Erholung geben.“

Clegg hatte in der Koalition mehrfach vom Parteiprogramm abweichen und unbequeme Entscheidungen der Tories mittragen müssen. Die Partei rutschte in Umfragen unter zehn Prozent ab. Zudem ergab eine Umfrage in der liberaldemokratischen Wählerschaft, dass diese inzwischen Wirtschaftsminister Vince Cable als Parteichef favorisieren würde.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Angst vor Isolation: Britische Liberale kämpfen für EU-Mitgliedschaft"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wenn die Schotten sich von England trennen, dann ist England nur noch ein kleiner Staat wie Östereich und der Schweiz zusammen und wird bedeutungslos. Die Liberalen in England haben das vielleicht im Focus und wollen dann aber ordentlich mitreden.

    Dazu kann man England nur raten es nicht zu tun. Die EU
    wurde verraten von gierigen Wir Denkern und ist am erodieren. Der letzte Versuch einer Volksabstimmung aller EU Völker über einen EU Nationalstaat, wird es nicht geben, jeder verteidigt seinen Vorgarten eifersüchtig. Großes Denken ist wie gesagt, mit de Gaulle und Adenauer gestorben. Wenige sehen die Zukunft
    wie sie wirklich ist. Sollten es tatsächlich einmal Außerirdische zu diesen Planeten schaffen, dann werden die Bürger einen Tag ausflippen und alle herzlich begrüßen. Am nächsten Tag schon, werden die ersten Zweifler schon Kriegsgedanken im Kopf haben.

    EU - Erodierender Unfug.

  • und der Vorname ist nicht Bernd sondern Bildungs ???

  • Lucke ist nicht der richtige Name, richtig ist "Lücke".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%