Anhaltende Kämpfe
Türkei erwägt Pufferzone zu Syrien

Zehntausende Syrer demonstrierten nach den Freitagsgebeten gegen das Assad-Regime, erneut kämpften Regierungstruppen und Rebellen. Die Türkei zieht nun Konsequenzen - und selbst Russland lenkt ein wenig ein.
  • 1

Beirut/GenfZwischen syrischen Regierungstruppen und Aufständischen ist es nach Angaben von Aktivisten am Freitag erneut zu Kämpfen gekommen. Schwerpunkt der Zusammenstöße waren offenbar Außenbezirke von Damaskus. In anderen Städten des Landes demonstrierten demnach im Anschluss an die Freitagsgebete Zehntausende auf den Straßen gegen das Regime von Präsident Baschar Assad. Die Türkei forderte unterdessen ihre Bürger zum Verlassen des Landes auf und kündigte die Einstellung des konsularischen Dienstes an.

Der UN-Sondergesandte Kofi Annan kündigte am Freitag in Genf an, er wolle nach Syrien zurückkehren, sobald eine von ihm entsandte Delegation die Vorbereitungen für neue Gespräche abgeschlossen habe. Dazu gehörten Gespräche über praktische Schritte zur Umsetzung seines Vorschlags zur Beendigung der Gewalt. Das syrische Außenministerium erklärte, die Regierung werde mit Annan zusammenarbeiten, aber zugleich weiter gegen die Proteste vorgehen.

Annan mahnte am Freitag außerdem, sollte der Konflikt in Syrien nicht richtig gehandhabt werden, werde dies ernsthafte Folgen für die gesamte Region haben. Weiter sagte Annan, er habe den UN-Sicherheitsrat in einer Videoschaltung dazu aufgerufen, mit einer Stimme zu sprechen - ein offensichtlicher Aufruf zur Kooperation an Russland und China, die eine Resolution mehrfach verhindert haben.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte, Moskau und Peking würden Assad zur Kooperation drängen und die übrigen Länder müssten dasselbe mit der syrischen Opposition tun. Der warf Lawrow vor, die UN-Bemühungen auflaufen zu lassen.

Allerdings nimmt die politische Isolation Syriens immer weiter zu. Saudi-Arabien, Kuwait und Bahrain kündigten am Freitag die Schließung ihrer Botschaften in Syrien an, wie die amtliche Nachrichtenagentur Saudi Press Agency meldete. Die Türkei forderte ihre Bürger am Freitag mit Nachdruck zum Verlassen des Nachbarstaates auf.

Türkische Staatsbürger seien in Syrien wegen der jüngsten Entwicklungen dort einem erheblichen Sicherheitsrisiko ausgesetzt, teilte das Außenministerium in Ankara mit. Der konsularische Dienst in Damaskus werde am kommenden Donnerstag eingestellt. Die Botschaft selbst werde aber nicht geschlossen. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte außerdem, sein Land ziehe die Einrichtung einer Pufferzone innerhalb Syriens in Betracht, um die fliehenden Menschen zu schützen.

Seite 1:

Türkei erwägt Pufferzone zu Syrien

Seite 2:

Mehrere Tote in den Vororten von Damaskus

Kommentare zu " Anhaltende Kämpfe: Türkei erwägt Pufferzone zu Syrien"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Übrigens, im Mai wird gewählt, und 9 Parteien sind bereits zugelassen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%