Anhörung des Streitkräfteausschusses: Ex-Waffeninspekteur: „Wir lagen wahrscheinlich alle falsch“

Anhörung des Streitkräfteausschusses
Ex-Waffeninspekteur: „Wir lagen wahrscheinlich alle falsch“

Der ehemalige US-Waffeninspekteur David Kay hat bekräftigt, dass bei der bisherigen Suche im Irak keine Hinweise auf die Existenz von Massenvernichtungswaffen gefunden wurden. Auf Grund der Erkenntnisse sei es „höchst unwahrscheinlich“, dass es im Jahr 2002 größere Mengen dieser Waffen im Irak gegeben habe, sagte Kay am Mittwoch in einer Anhörung des Streitkräfteausschusses des Senats.

HB WASHINGTON. Die US-Geheimdienste, aber auch andere ausländische Geheimdienste, die vor dem Irak-Krieg von der Existenz von Massenvernichtungswaffen ausgegangen seien, hätten sich offensichtlich geirrt. „Wir lagen wahrscheinlich alle falsch“, sagte Kay und erwähnte in diesem Zusammenhang auch den deutschen Geheimdienst.

US-Präsident George W. Bush hatte den Irak-Krieg hauptsächlich mit dem Argument begründet, dass der damalige Präsident Saddam Hussein über chemische und biologische Waffen verfüge und den Besitz nuklearer Waffen anstrebe. Kay betonte vor dem Senatsausschuss indessen, dass ungefähr 85 % der irakischen Waffenprogramme untersucht worden seien, ohne dass sich Hinweise auf die Existenz von Massenvernichtungsmitteln gefunden hätten. Es sei auch sehr unwahrscheinlich, dass es künftig noch derartige Entdeckungen geben werde.

„Aber natürlich ist es nicht völlig auszuschließen“, fügte Kay auf wiederholte drängende Fragen des republikanischen Ausschussvorsitzenden John Warner hinzu. Die Suche müsse auch nach seiner eigenen Auffassung weiter gehen. Kay sprach sich zugleich für eine unabhängige Untersuchung der „Fehleinschätzungen“ der Geheimdienste aus.

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