Anhörung in Guantanamo
"Gitmo Five" wollen über Folterungen reden

Die Drahtzieher der Anschläge vom 11. September wollen erreichen, dass bei ihrer Anhörung auch die Verhörmethoden der US-Geheimdienste zur Sprache kommen. Die "Gitmo Five" werfen den Amerikanern Folter vor.
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GuantanamoFünf mutmaßliche Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 sind am Montag zu einer Anhörung vor einem Militärtribunal im US-Gefangenenlager Guantanamo erschienen. Im Gegensatz zur Anklageerhebung im Mai, als die Männer vor Gericht für einen Tumult gesorgt hatten, hörten sie diesmal den Ausführungen des Richters zu. Anerkennen wollen sie das Tribunal dennoch nicht. "Ich glaube nicht, das es vor diesem Gericht irgendeine Gerechtigkeit gibt", sagte der selbst ernannte Kopf hinter den Attentaten, Chalid Scheich Mohammed, der sich mehrfach mit der Planung der Angriffe gebrüstet hat. Den Angeklagten werden Terrorismus, Verschwörung und Mord in 2.976 Fällen vorgeworfen. Ihnen droht die Todesstrafe.

Bei der Anhörung am Montag machte die Verteidigung deutlich, dass ihre Mandanten die Autorität der US-Regierung nicht anerkennen und künftige Gerichtstermine boykottieren könnten. Bereits der Transport aus den Hochsicherheitszellen in den Gerichtssaal erinnere die Angeklagten an vergangene traumatische Ereignisse, sagte Anwalt Jim Harrington. Militärrichter James Pohl verfügte schließlich, dass Mohammed und seine Mitangeklagten zumindest bis zum Ende der Woche zu keinen weiteren Anhörungen mehr kommen müssten.

Die US-Regierung hat eingestanden, dass die Angeklagten vor ihrem Transport nach Guantanamo 2006 besonderen Verhörmethoden unterzogen wurden, darunter die Folter durch Waterboarding, ein simuliertes Ertrinken.

Das Hauptverfahren wird voraussichtlich erst im kommenden Jahr beginnen. Zu den Prozesstagen kommen auch Angehörige der Opferfamilien nach Guantanamo, die im Losverfahren bestimmt werden. Zusätzlich sind für Betroffene und die Öffentlichkeit geschlossene Videoübertragungen in New York, New Jersey, Massachusetts und Maryland eingerichtet.

Vor dem eigentlichen Gerichtsverfahren muss der Richter eine Schutzverfügung erlassen, damit die Verteidigung vertrauliche Dokumente einsehen kann. Eine solche Anordnung stößt aber auf Kritik der Anwälte, da sie glauben, dass die Angeklagten dann nicht mehr ihre Verschleppung und die Foltermethoden der Geheimdienste in den CIA-Geheimgefängnissen weltweit schildern dürfen. Auch US-Medien sehen die freie Presse durch eine Schutzverfügung behindert. Noch hat der Richter eine solche nicht angeordnet.

Neben Mohammed steht auch Ramsi Binalschibh vor Gericht, der mit den Todespiloten um Mohammed Atta in Hamburg kooperiert haben soll. Die weiteren Angeklagten sind Ali Abd al-Aziz Ali, Walid bin Attash und Mustafa Ahmad al Haesawi.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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