Anklage hatte lebenslange Haft gefordert
Freispruch für Linksextremist Weinrich

Im Prozess um mehrere Bombenanschläge in den 80er Jahren in Frankreich ist der deutsche Linksterrorist Johannes Weinrich am Montag vom Landgericht Berlin freigesprochen worden.

HB BERLIN. Die Richter sahen am Montag keine ausreichenden Beweise gegen den 57-Jährigen, der als enger Komplize des inzwischen in Frankreich inhaftierten international bekannten Extremisten Illich Ramirez Sanchez alias „Carlos“ galt. Richter Ralph Ehestädt sagte, die Beweise reichten zu einer Verurteilung nicht aus. Das Aktenmaterial sei unvollständig. Vermutungen oder Glauben reichten nicht für eine Verurteilung.

Aus Sicht der Staatsanwalt war Weinrich verantwortlich für mehrere blutige Anschläge der „Carlos“-Bande, unter anderem ein Attentat 1982 in Paris und eines im Bahnhof von Marseille 1983. Die Anklage hatte lebenslange Haft wegen sechsfachen Mordes und 21fachen Mordversuchs gefordert.

Weinrich bleibt dennoch in Haft. Vor viereinhalb Jahren wurde er bereits wegen des Bombenanschlags auf das französische Kulturzentrum „Maison de France“ in Berlin im Jahr 1983 zu lebenslanger Haft verurteilt. Wegen der besonderen Schwere der Tat kann er auch nicht mit einer vorzeitigen Entlassung rechnen.

Hintergrund des zweiten Prozesses waren Sprengstoffattentate Anfang der 80-er Jahre in Paris, Marseille und in einem französischen Hochgeschwindigkeitszug. Bei den drei Explosionen starben sechs Menschen. Die Staatsanwaltschaft hatte Weinrich vorgeworfen, die Anschläge als führendes Mitglied der „Carlos“-Gruppe verübt zu haben. Die Anklage hatte auch im zweiten Prozess eine lebenslange Haft wegen Mordes gegen Weinrich gefordert, die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

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