Ankündigung
Maliki: Ausländische Truppen ziehen 2011 aus Irak ab

Der Abzug aus dem Irak ist ein wichtiges Thema im US-Wahlkampf. Doch statt der beiden Kandidaten meldete sich nun Iraks Ministerpräsident Nuri al-Maliki selbst zu Wort - und nannte ein konkretes Datum. Für das größte Aufsehen im Land sorgte am Montag allerdings eine 13-Jährige.

HB BAGDAD. Die im Irak stationierten ausländischen Truppen sollen nach den Worten al-Malikis bis zum Ende des Jahres 2011 aus dem Golfstaat abgezogen werden. In den Gesprächen mit den USA sei Einvernehmen über einen Sicherheitspakt erzielt worden, sagte Maliki in einer Rede vor Stammesführern in Bagdad. "Ja, in den Verhandlungen über den Sicherheitspakt gibt es einen großen Fortschritt."

Der Pakt soll eine zum Jahresende auslaufende Uno-Resolution ersetzen, die bislang die Rechtsgrundlage für die Präsenz von US-Truppen bildet. Die derzeitige amerikanische Regierung hat bislang einen festen Zeitplan für einen Abzug ihrer derzeit 144 000 Soldaten abgelehnt. Sie sprach neuerdings allerdings von einem Zeithorizont für die Heimkehr der Truppen.

Die Iraker wollen, dass die US-Soldaten Mitte kommenden Jahres Routineeinsätze wie die Kontrolle von Städten und Dörfern beenden. Kampfverbände sollen das Land dann bis Ende 2011 verlassen.

US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte vergangene Woche mit Maliki über offene Fragen zum Sicherheitspakt konferiert. Sie widersprach dabei Angaben aus der irakischen Regierung, denen zufolge der Entwurf für eine Vereinbarung bereits fertig ausgehandelt war.

Der Abzug aus dem Irak ist ein wichtiges Thema im US-Wahlkampf. Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama will die Soldaten im Fall eines Wahlsiegs binnen 16 Monaten abziehen. Sein republikanischer Gegner John McCain hat dagegen die Entscheidung von Präsident George W. Bush im vorigen Jahr unterstützt, die Kampftruppen kräftig aufzustocken und ihren Abzug von der Sicherheitslage abhängig zu machen.

13-Jähriger Sprengstoff umgeschnallt

Die Sicherheitlage im Irak bleibt indes weiter angespannt. Für Aufsehen sorgte am Montag eine 13-Jährige, die sich mit einem umgeschnallten Sprengstoffgürtel den Behörsen stellte. Die Irakerin, die von Terroristen mit einer Sprengstoffweste für ein Selbstmordattentat präpariert worden war, entschied sich am Sonntag in letzter Minute doch für das Leben und gegen den Tod. In der Stadt Bakuba nordöstlich von Bagdad stellte sie sich der Polizei.

Die US-Armee berichtete, die Polizei habe amerikanische Soldaten gebeten, den Sprengstoff sicher vom Körper des Mädchens zu entfernen. Nachdem die US-Sprengstoffexperten das Kind von seiner explosiven Last befreit hatten, führte es die Polizei noch zu einem Versteck, in dem eine zweite Sprengstoffweste lag. Dann wurde das Mädchen festgenommen.

Bakuba ist die Hauptstadt der Provinz Dijala. Da in Dijala immer mehr Frauen Selbstmordattentate verüben, hatte die US-Armee vor einigen Wochen eine weibliche Anti-Terror-Einheit gegründet. Die Angehörigen dieser Einheit sind darauf spezialisiert, Frauen mit Sprengstoffgürteln zu identifizieren. Die Attentäterinnen tragen alle Kopftücher. Doch nicht alle Selbstmordattentäterinnen von Dijala verstecken den Sprengstoff unter weiten islamischen Frauengewändern. Einige von ihnen tragen nach Augenzeugenberichten zum Kopftuch westliche Kleidung.

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