"Anlage passt eigentlich nicht in das zivile Programm Chinas"
Expertenmeinungen gehen bei Hanauer Export auseinander

Die Motive, die China dazu bewegt, die Hanauer Plutoniumfabrik zu kaufen sind auch Experten unklar. Es wird jedoch nicht ausgeschlossen, dass es sich bei der "zivilen Nutzung" um einen Vorwand handelt.

HB BERLIN. Aus Sicht der Physikerin Annette Schaper von der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung hat das Interesse der chinesischen Regierung an der Anlage wahrscheinlich einen zivilen Hintergrund. „Die wollen sich ja industrialisieren auf jedem Gebiet, die wollen auch die zivile Kernenergie ausbauen auf jeden Gebiet und die denken, das ist jetzt ein Schnäppchen. Ist es ja auch“, sagte die für nukleare Abrüstung zuständige Institutsmitarbeiterin am Freitag.

Anders bewertete der Physiker Christian Küppers die Motive der Chinesen. „Diese Anlage passt eigentlich gar nicht in das zivile Programm Chinas hinein“, sagte Küppers, zuständig für Nukleartechnik und Anlagensicherheit beim Öko-Institut Freiburg. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte sich während seiner China-Reise für den Export der nie in Betrieb gegangenen Plutoniumanlage der Firma Siemens ausgesprochen. Dies hatte zu Protesten vor allem bei den Grünen geführt. Schröder hat erklärt, China würde eine zivile Nutzung garantieren. Zudem könne die Regierung den Verkauf nur unter besonderen Bedingungen untersagen, die hier aber nicht griffen. Die Grünen kritisieren es als widersinnig, wenn sich Deutschland für den Atomausstieg entscheide, aber eine Plutoniumanlage exportiere.

Schaper betonte: „Zunächst einmal, die Fabrik selber ist natürlich nicht in der Lage, irgendwelches waffenfähiges Material herzustellen.“

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