Anleihenkäufe der EZB
Erst zurückfahren, dann auslaufen lassen?

Die EZB könnte einem Medienbericht zufolge ihr Anleihenkaufprogramm zunächst langsam zurückfahren, bevor es ausläuft. Der Euro reagierte mit einem Kurssprung, langjährige italienische und spanische Anleihen legten zu.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) könnte einem Medienbericht zufolge ihre Anleihenkäufe vor dem Auslaufen allmählich zurückfahren. Dabei könnten die Währungshüter das Kaufvolumen in monatlichen Schritten um jeweils zehn Milliarden Euro verringern, schreibt die Agentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf Notenbank-Vertreter aus der Euro-Zone. Bislang ist geplant, dass das auf 1,74 Billionen Euro angelegte Kaufprogramm der Euro-Wächter noch bis mindestens Ende März 2017 fortgesetzt werden soll.

Der Euro holte im Zuge des Berichts gegenüber dem Dollar vorangegangene Verluste wieder auf und lag zuletzt noch 0,2 Prozent im Minus bei 1,1186 Dollar. Die Renditen zehnjähriger italienischer und spanischer Anleihen legten in der Spitze zeitweise rund acht Basispunkte zu. Die Verzinsung zehnjähriger Bundesanleihen stieg zeitweise um fünf Basispunkte auf minus 0,042 Prozent.

Dem Bericht zufolge schlossen die Notenbank-Insider allerdings auch nicht aus, dass das laufende Anleihenprogramm unter Beibehaltung des derzeitigen Kaufvolumens von monatlich 80 Milliarden Euro verlängert wird. Auch wann mit einem Zurückfahren der Käufe begonnen werden könnte, wurde nicht beleuchtet. „Die Summe von zehn Milliarden Euro monatlich ist das Element in dem Bericht, auf das die Märkte reagieren“, sagte Richard McGuire, Zinsstratege der Rabobank. Weniger Käufe durch die EZB würden am Markt negativ aufgenommen.

Mit ihrem großangelegten Anleihenkauf-Programm will die EZB die Konjunktur im Euro-Raum anschieben und die aus ihrer Sicht aktuell viel zu niedrige Inflation nach oben bewegen. Zuletzt wurde am Markt darauf spekuliert, dass die EZB ihr Kaufprogramm verlängern könnte angesichts nach wie vor eher schwacher Aussichten für die Wachstums- und Preisentwicklung im Währungsgebiet. Die EZB strebt knapp zwei Prozent Teuerung als Idealwert für die Wirtschaft an. Davon ist sie aber immer noch weit entfernt. Im September waren die Preise im Euro-Raum lediglich um 0,4 Prozent gestiegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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