Annäherung durch Luftverkehr
USA und Kuba wollen Wirtschaftsbeziehungen stärken

Die diplomatische Annäherung zwischen Kuba und den USA gilt als Erfolg. Doch die wirtschaftlichen Beziehungen sind noch nicht richtig in Gang gekommen. Durch einen Deal im Luftverkehr soll nun alles anders werden.

HavannaDie USA und Kuba stehen kurz vor dem Abschluss eines Abkommens zur Aufnahme direkter Linienflüge. Der Deal hat viel mehr zu bedeuten als die bloße Tatsache, dass Kubaner und Amerikaner im jeweils anderen Land einfacher Urlaub machen können - es geht um den entscheidenden Anstoß für die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Staaten. Denn diese sind noch nicht in Gang gekommen - trotz der diplomatischen Annäherung, die die Staatenlenker Barack Obama und Raúl Castro vor ziemlich genau einem Jahr verkündet haben.

Auf Marathonverhandlungen wird das Abkommen derzeit in Washington festgezurrt. Laut der kubanischen Chefunterhändlerin für Nordamerika-Angelegenheiten, Josefina Vidal, steht die Verkündung einer vorläufigen Übereinkunft unmittelbar bevor. Das US-Außenamt stellte jedoch kurz darauf fest: Man verhandele noch.

Sobald eine Einigung steht, könnten US-Fluglinien mit der kubanischen Regierung in Verhandlung treten. Dann ginge es um Flugrouten, die Tausende Besucher täglich auf die Karibikinsel bringen könnten. Es wäre die mit Abstand größte wirtschaftliche Entwicklung seit dem Beginn der Normalisierung der diplomatischen Beziehungen im Dezember 2014.

Die USA und Kuba haben öffentlich erklärt, sie seien zwölf Monate nach der Ankündigung durch Obama und Castro zufrieden mit den diplomatischen Fortschritten. In Havanna hat jetzt wieder eine US-Botschaft, in Washington eine kubanische geöffnet. Die Länder haben sich auf ein Pilotprogramm zum Wiederaufbau eines direkten Postdienstes verständigt, zwei Abkommen zum Umweltschutz unterzeichnet und Gespräche über die Menschenrechtslage auf Kuba angeschoben.

Auch über Entschädigungszahlungen für die Konfiszierung von US-Eigentum während der kubanischen Revolution und Kompensation wegen des rund ein halbes Jahrhundert geltenden amerikanischen Handelsembargos wird nun gesprochen. Aus den USA sind zudem die Außen-, Handels- und Agrarminister sowie der kubanischstämmige stellvertretende Heimatschutzminister offiziell auf die Insel gereist, um Themen wie Warenkontrolle und Hafenverordnungen zu besprechen.

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