Annäherungsversuch auf der Herrentoilette
Sex-Skandal empört Republikaner

Wieder ist ein amerikanischer Konservativer in eine Sex-Affäre verwickelt. Dieses Mal ließ sich US-Senator Larry Craig bei einem Annäherungsversuch an einen Undercover-Cop auf einer Flughafentoilette erwischen. Dabei hatte der Republikaner stets gegen moralische Verfehlungen anderer gewettert.

HB WASHINGTON. Wieder einmal platzt den Republikanern ein Sexskandal in den Wahlkampf. Wegen angeblich „anstößigen Verhaltens“ auf einer Flughafentoilette ist ein republikanischer US-Senator mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Larry Craig (62) aus dem Staat Idaho bestätigte Anfang der Woche, dass er sich im Zusammenhang mit dem Vorfall im August vor Gericht schuldig bekannte. Das Brisante: Craig selbst hatte während seiner politischen Laufbahn immer die "traditionellen Werte der amerikanischen Familie" hochgehalten.

Nach dem Eingeständnis "unzüchtigen Verhaltens" steht Craig nun unter massivem Druck seiner Partei. Führende Vertreter der Republikaner fordern den Rücktritt des 62-Jährigen, der sich stets gegen mehr Rechte für Homosexuelle ausgesprochen hat. „Wer sich zu einer Straftat bekannt hat, sollte kein Mandat bekleiden“, sagte Präsidentschaftskandidat John McCain in Washington. Das Präsidialamt äußerte sich enttäuscht über Craig.

Craig, der seine dritte Amtszeit als Senator von Idaho absolviert, war im Juni auf der Herrentoilette des Flughafens von Minneapolis festgenommen worden. Er war in eine verdeckte Polizeiaktion gegen homosexuelle Handlungen geraten und bekannte sich schuldig. Craig bestreitet, homosexuell zu sein. „Ich bin nicht schwul, ich war nicht schwul“, sagte er mit seiner Frau an der Seite. Er habe sich ohne Beratung eines Anwalts eines Fehlverhaltens schuldig bekannt, weil er die Sache schnell habe hinter sich bringen wollen. Wegen der Affäre ist Craig bereits von seinem Posten als Wahlkampfleiter des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Mitt Romney zurückgetreten.

Der Fall Craig erbost viele Moralisten in der Partei. Schließlich ist Craig nicht der erste Fall. Der Abgeordnete Mark Foley, der sich für schärfere Gesetze gegen Pornografie und Kinderschänder stark gemacht hatte, ließ sich im Oktober 2006 beim Internet-Sex mit minderjährigen Kongressboten erwischen. Unmoralisch aus republikanischer Sicht verhielt sich auch der Landesabgeordnete Bob Allen aus Florida. Er bot einem schwarzen Undercover-Cop im Juli in einer Parktoilette 20 Dollar für Sex. Allen ist verheiratet und hat eine Tochter.

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