Annäherungsversuch
Kim Jong Un billigt Gespräche mit Südkorea

Nach seinem Atomtest reagierte Nordkorea auf einen neuen UN-Sanktionsbeschluss mit Kriegsdrohungen. Die Lage galt als extrem angespannt. Doch nun stimmt das Regime in Pjöngjang hochrangigen Entspannungsgesprächen zu.
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SeoulNach den heftigen Spannungen in den vergangenen Monaten haben sich Süd- und Nordkorea auf Annäherungsgespräche zwischen hochrangigen Regierungsvertretern geeinigt. Das Treffen werde am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche in Seoul stattfinden, teilte des südkoreanische Vereinigungsministerium am Montag mit. Es soll unter anderem um die Normalisierung gemeinsamer Wirtschaftsprojekte und humanitäre Fragen gehen. Auf das Treffen einigten sich beide Länder nach 17-stündigen Marathonverhandlungen auf Arbeitsebene im Grenzort Panmunjom.

Unklar war jedoch zunächst noch, wen Nordkorea schicken werde, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Seoul werde voraussichtlich durch Vereinigungsminister Ryoo Kihl Jae vertreten sein. Südkorea hatte ursprünglich Gespräche auf Ministerebene vorgeschlagen. Die bisher letzten Gespräche zwischen Ministern beider Länder liegen schon sechs Jahre zurück.

Auch habe es Differenzen bei der Abstimmung der spezifischen Themen für das hochrangige Treffen gegeben, sagte die Sprecherin in Seoul. Die nordkoreanische Seite wolle unter anderem auch gemeinsame Feierlichkeiten zum Jahrestag der Erklärung des ersten Gipfeltreffens zwischen beiden Staaten am 15. Juni 2000 in Pjöngjang besprechen. „Weitere Einzelheiten sollen vor dem Treffen am Mittwoch noch ausgehandelt werden.“

Nach Angaben von KCNA soll es bei den Gesprächen vor allem um die Zukunft von Kaesong gehen. Der Norden hatte die in seinem Staatsgebiet liegende Sonderwirtschaftszone im April geschlossen und die 53.000 südkoreanischen Manager und Arbeiter ausgewiesen. In dem Industriekomplex nahe der Grenze zum Süden sind seit dem Jahr 2004 mehr als 120 südkoreanische Firmen angesiedelt. Der Komplex ist eine wichtige Devisen-Einnahmequelle für das verarmte Nordkorea.

Weitere Themen der Gespräche in Seoul sollen laut Berichten der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA die Wiedervereinigung von im Krieg getrennten Familien sowie die Wiederaufnahme von Reisen südkoreanischer Touristen ins Kumgang-Gebirge sein. Südkoreaner meiden das auch als Diamantgebirge bekannte Ziel, seit dort Mitte 2008 ein südkoreanischer Tourist von einem nordkoreanischen Soldaten erschossen wurde.

Das kommunistische Regime in Pjöngjang war am Donnerstag überraschend auf Südkoreas Forderung nach offiziellen Gesprächen eingegangen. Beide Länder hatten erklärt, über die Normalisierung gemeinsamer Wirtschaftsprojekte einschließlich des grenznahen Industrieparks im nordkoreanischen Kaesong sprechen zu wollen. Dort steht der Betrieb seit zwei Monaten still. Auch neue Treffen zwischen getrennt lebenden Angehörigen koreanischer Familien sollen erörtert werden.

Nach dem dritten nordkoreanischen Nukleartest im Februar hatte sich der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm zugespitzt. Pjöngjang hatte angesichts der Ausweitung von UN-Sanktionen und gemeinsamer Militärübungen Südkoreas und der USA mehrfach Kriegsdrohungen gegen die beiden Länder ausgestoßen. Die Drohungen waren aber schon in den vergangen Wochen spürbar abgeflaut.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Eine Geschichte entspricht nicht exakt den Fakten: "Südkoreaner meiden das auch als Diamantgebirge bekannte Ziel, seit dort Mitte 2008 ein südkoreanischer Tourist von einem nordkoreanischen Soldaten erschossen wurde." heißt es im Text. Aus Sicht der Südkoreaner liest sich die Story ganz anders: Nach dem Amtsantritt des US-freundlichen MB Lee 2008 bucht eine Südkoreanerin (angeblich Lehrerin aus Seoul) eine kurze Sommerreise nach Geumgangsan. Sie reist im Juli alleine (kein Südkoreaner macht das sonst), schleicht sich gegen 5 Uhr (jeder Geheimdienst weiß, das ist die beste Zeit, um nicht entdeckt zu werden) am dösenden Hotelportier nach draußen und dringt im Morgen-Dunkel allen Ernstes in die den Strand trennende DMZ mit ihren eindeutigen Warnschildern ein (keiner der 1 Mio. Südkoreaner war bis dato auf diese verrückte Idee gekommen). Sie wird ertappt vom Nordkoreanischen Wachposten, und rennt weg, anstatt der Aufforderung "Halt" zu folgen. Sie wird - im Dunkeln - unbeabsichtigt tödlich getroffen. Wenige Tage nach diesem beispiellosen und nebulösen Ereignis ist das 10 Jahre lang extrem erfolgreiche, sichere und friedliche Projekt geschlossen. CIA und MB Lee haben ihr erstes Etappenziel zur Revision der Entspannungspolitik des Nobelpreisträgers DJ Kim erreicht: Das verhasste, weil devisen-bringende Tourismus-Projekt ist zerstört. D.h. die Südkoreaner "meiden die Gegend" nicht, sondern können seit Juli 2008 einfach nicht mehr hinreisen, auch wenn es Mio. Bürger gerne wollten. Anm.: Auch ich und viele Ausländer waren in der Entspannungsperiode dort.

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