Annan fodert baldiges Ende der Irak-Besetzung
US-Militär: Saddams Söhne sind tot

Die beiden Söhne des gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein, Udai und Kusai, sind nach US-Angaben bei einer Schießerei mit US-Soldaten getötet worden. „Wir sind sicher, dass Udai und Kusai getötet wurden“, sagte ein Sprecher des US-Militärs am Dienstag in Bagdad. „Wir haben mehrere Quellen benutzt, um die Einzelpersonen zu identifizieren.“ Die USA hätten einen Hinweis erhalten, dass die Söhne sich in einer Villa in Mossul aufgehalten hatten.

HB/rtr/dpa NEW YORK./WASHINGTON/MOSSUL. Das Gebäude war am Dienstag von US-Einheiten gestürmt worden. Dabei wurden nach US-Angaben vier bedeutende Iraker getötet. Udai und Kusai hatten zentrale Rollen im Machtapparat von Saddam inne. Ihr Tod gilt als wichtiger Sieg für die US-geführten Truppen im Irak.

Uno-Generalsekretär Kofi Annan forderte unterdessen vor dem Weltsicherheitsrat ein „baldiges Ende“ der Besetzung des Iraks und einen „klaren Zeitplan“ für die Wiederherstellung der Souveränität des Landes. Während der Sitzung der Uno sickerte durch, dass die beiden Söhne des Ex-Diktators Saddam Hussein, Udai und Kusai, wohl von US-Soldaten getötet wurden. Der Sicherheitsrat begrüßte einhellig die Bildung des 25-köpfigen provisorischen Regierungsrates in Bagdad als einen wichtigen Schritt auf diesem Wege. An der Sitzung nahmen auch drei Vertreter des irakischen Regierungsrates teil.

Die Ausarbeitung einer demokratischen Verfassung und die Vorbereitung freier Wahlen seien jetzt vordringliche Aufgaben, erklärten Annan sowie der Uno-Sonderbeauftragte für den Irak, Sergio Vieira de Mello, ebenso wie die Vertreter zahlreicher Staaten. Mit dem Regierungsrat verfüge der Irak nun über einen „Partner für die internationale Gemeinschaft“, sagte Deutschlands Uno-Botschafter Gunter Pleuger.

Das Ziel der Staatengemeinschaft für den Irak sei „ein baldiges Ende der militärischen Besetzung durch die Schaffung einer international anerkannten, repräsentativen Regierung“, erklärte Annan. Dafür bräuchten die Iraker „sobald wie möglich einen klaren Zeitplan mit einer genauen Abfolge von Ereignissen, die zur vollen Wiederherstellung der Souveränität führen“. Deutschland, Frankreich, Russland und weitere Staaten unterstützten diese Forderung und sprachen sich zugleich für eine stärkere Rolle der Uno im Irak aus.

Wahlen sind vordringliche Aufgabe

US-Botschafter John Negroponte erklärte, er habe Annans Forderung nach einem Zeitplan zur Wiederherstellung der Souveränit des Iraks „zur Kenntnis genommen“. In diesem Prozess werde der Regierungsrat eine führende Rolle spielen. Großbritanniens Botschafter Sir Jeremy Greenstock forderte den Sicherheitsrat auf, dafür „konkrete Ideen“ vorzulegen. Die Besatzungskoalition sei zu Gesprächen bereit.

Für den provisorischen Regierungsrat erklärte dessen Vertreter Adnan Padschaschi, ein früherer Außenminister des Iraks, die künftige Verfassung und Wahlen mit Hilfe der Vereinten Nationen seien vordringliche Aufgaben. Der neue Irak werde ein demokratischer Staat mit einem bundesstaatlichen System sein, der auf dem Respekt vor der Freiheit und den Rechten seiner Bürger beruhe.

Annan, Vieira de Mello sowie mehrere Uno-Botschafter beklagten, dass es den Besatzungsmächten bisher nicht gelungen sei, die Sicherheit sowie Ruhe und Ordnung im Irak ausreichend zu gewährleisten. Schuld daran seien jene Kräfte im Irak, die „politische Freiheit ablehnen“, erklärte US-Botschafter Negroponte. „Sie sind Feinde der Freiheit und fühlen sich durch die sichtbaren Zeichen des Fortschritts bedroht.“ Die USA und ihre Alliierten seien dabei, „die Voraussetzungen für eine Sicherheitslage zu schaffen, in der Wohlstand und Demokratie gedeihen können“.

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