Annan fordert Ende der Gewalt
Zehn Tote bei Zusammenstößen im Kosovo

Bei den schwersten Zusammenstößen zwischen Serben und Albanern seit Jahren sind am Mittwoch im Kosovo zehn Menschen getötet und mehrere hundert verletzt worden. UN-Generalsekretär Kofi Annan ein sofortiges Ende der Gewalt verlangt.

HB PRISTINA/BELGRAD/NEW YORK. Ein derartiger Gewaltausbruch könne die Region nur destabilisieren, sagte Annan am Abend (MEZ) in New York. Die UN-Mission im Kosovo (UNMIK) bezeichnete die Lage in den von ethnischen Ausschreitungen betroffenen Gebieten der Provinz am Abend als „sehr problematisch“. Bei den Ausschreitungen, die am Abend in mehreren Teilen Kosovos weiter andauerten, seien mindestens zehn Personen getötet worden, hieß es inoffiziell in Pristina. Die Zahl der Verletzten betrage mehr als 200, darunter auch elf internationale Friedenssoldaten.

In Kosovska Mitrovica, wo die Zusammenstöße am heftigsten waren, herrscht seit dem Abend ein Ausgehverbot. In der ausschließlich von Albanern bewohnten Provinzhauptstadt Pristina sind alle Geschäfte und Gaststätten geschlossen.

UNMIK-Sprecher Derrek Chapell sagte der dpa in Pristina, besonders schwierig sei die Lage in der von Serben bewohnten Ortschaften Kosovo Polje und Caglavica. Dort hätten sich Tausende aufgebrachter Albaner versammelt. Darauf hin seien die meisten Serben aus ihren Häusern geflüchtet. In Kosovo Polje bei Pristina hätten Albaner das Krankenhaus, die Schule, Postgebäude und zehn serbische Häuser angezündet. Der Abt des serbisch-orthodoxen Priesterseminars in Prizren, Sava, sagte dem Belgrader Sender Pink TV, das Seminar und eine Kirche seien angezündet worden. In Caglavica haben KFOR-Soldaten nach Angaben Chapells einen der Angreifer getötet.

Die serbische Regierung hat eine Dringlichkeitssitzung des Weltsicherheitsrates verlangt. Das sagte Ministerpräsident Vojislav Kostunica in Belgrad. Führer der serbischen nationalistischen Parteien haben im Parlament Serbiens ein sofortiges Eingreifen der Belgrader Armee und Polizei „zum Schutze der Serben“ in dem von den Vereinten Nationen verwalteten und von einer internationalen Friedenstruppe gesicherten Kosovo verlangt.

Als Auslöser der Proteste gelten der Tod zweier albanischer Kinder, die am Dienstag ertrunken waren, angeblich nachdem sie von Serben gehetzt worden sein sollen. Ein drittes Kind wurde vermisst.

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