Annan: Mitverantwortung der Staatengemeinschaft
Gedenken an die Opfer des Völkermordes in Ruanda

Der Opfer des Völkermordes vor zehn Jahren in Ruanda haben die Vereinten Nationen und Ruanda am Mittwoch gedacht. 1994 waren in dem zentralafrikanischen Land innerhalb von 100 Tagen mindestens 800 000 Menschen ermordet worden.

HB KIGALI/GENF.Uno-Generalsekretär Kofi Annan räumte erneut die Mitverantwortung der Staatengemeinschaft ein, die das Verbrechen damals nicht verhindert habe. „So ein Versagen kann niemals wieder gut gemacht werden“, sagte Annan nach einer Schweigeminute für die Opfer bei einer Sondersitzung der Uno- Menschenrechtskommission in Genf.

In Kigali begann die Trauerfeier mit einer symbolischen Bestattungszeremonie und der Eröffnung einer neuen Gedenkstätte. Viele Überlebende trugen Fotos von Toten mit sich. Mehrere afrikanische Staatsoberhäupter waren nach Kigali gereist, unter ihnen Südafrikas Präsident Thabo Mbeki. Als einziger europäischer Regierungschef nahm der belgische Premierminister Guy Verhofstadt an der Gedenkfeier in Kigali teil. Deutschland war durch Entwicklungsstaatssekretärin Uschi Eid vertreten.

Annan rief dazu auf, bereits Ursachen solcher Verbrechen besser zu bekämpfen, beispielsweise Intoleranz, Rassismus und Tyrannei. Er kündigte zudem die Ernennung eines Sonderberaters zur Verhinderung von Völkermord ein. „Meinen wir wirklich, dass wir auf ein neues Ruanda heute schnell und effektiv reagieren können?“, fragte Annan. „Wir können uns da keineswegs sicher sein. Die Gefahr eines Völkermords bleibt erschreckend real.“

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