Annan-Nachfolger
Rückendeckung für neuen Syrien-Sondergesandten

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hat dem neuen Syrien-Sondergesandten Lakhdar Brahimi die "volle Unterstützung" der Europäischen Union zugesichert. Auch Vertreter mehrerer Länder geben Brahimi Rückendeckung.
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FrankfurtDer frühere algerische Außenminister Brahimi sei "ein erfahrener Diplomat mit einem tiefen Verständnis für die (arabische) Region", sagte Ashton am Samstag in einer Pressemitteilung. Die EU-Chefdiplomatin rief die internationale Gemeinschaft und den UN-Sicherheitsrat auf, dem künftigen Syrien-Gesandten von Vereinten Nationen und Arabischer Liga ihre geschlossene Unterstützung zuteilwerden zu lassen.

Unterdessen hat Brahimi erklärt, dass er die Debatte über ein mögliches militärisches Eingreifen mit großer Skepsis sehe. Über eine Militäroption zu sprechen, gleiche einem Eingeständnis des diplomatischen Versagens, sagte Brahimi der Nachrichtenagentur AP in einem Telefoninterview in Paris. Er hoffe sehr, dass eine militärische Intervention nicht nötig sei.

Er fühle sich "geehrt und berührt", dass er dem bisherigen Gesandten und früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan nachfolge, sagte der ehemalige algerische Außenminister nach seiner Ernennung am Freitag. "Ich bin mir bewusst, dass es eine äußert komplizierte und sehr, sehr schwierige Mission ist." Zur Vorbereitung auf seine künftige Arbeit wolle er in den kommenden Tagen nach New York und Kairo reisen.

US-Außenministerin Hillary Clinton sicherte Brahimi die Rückendeckung Washingtons zu. "Meine Botschaft an den Sondergesandten Brahimi ist schlicht: Die Vereinigten Staaten stehen bereit, Sie zu unterstützen", erklärte Clinton. An das syrische Volk gewandt fuhr sie fort: "Sie sind nicht allein." Die internationale Gemeinschaft stehe hinter einer von den Syrern ausgehenden politischen Wende hin zu einem pluralistischen System, das den Willen des Volkes repräsentiere, betonte Clinton.

Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle begrüßte die Ernennung Brahimis und sagte Unterstützung zu. Der frühere algerische Außenminister sei der erhoffte starke Nachfolger Annans, erklärte Westerwelle am Freitagabend. "Ich wünsche mir, dass er bei der komplizierten Suche nach einer politischen Lösung die dringend benötigten Impulse geben kann." Von der internationalen Gemeinschaft und insbesondere vom Sicherheitsrat erwarte er einen geschlossenen Rückhalt für den neuen Sonderbeauftragten und seine schwierige Mission, betonte Westerwelle.

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