Annan und Powell reisen nach Dafur
USA und UN verstärken Bemühungen im Sudan

Die USA und die Uno verstärken ihre Verhandlungsbemühungen in dem Konflikt im Sudan. Sowohl Annan als auch Powell wollen nach Darfur reisen.

HB BERLIN. Sowohl UN-Generalsekretär Kofi Annan als auch US-Außenminister Colin Powell wollen in der kommenden Woche in die Krisenregion Darfur im Sudan und in die Hauptstadt Khartum reisen. Powell wolle alles in seiner Macht stehende tun, um die Gewalt zu stoppen und die Not der Menschen zu lindern, sagte sein Sprechers Richard Boucher. In amerikanischen Medien hieß es am Freitag, die US-Regierung diskutiere darüber, ob die Massaker der arabischen Milizen und der Regierungsstreitkräfte an Schwarzafrikanern in Darfur als Völkermord einzustufen seien.

Zudem werde über eine neue UN-Resolution beraten, in der die sudanesische Regierung kritisiert und unbegrenzter Zugang zu der Krisenregion gefordert werden soll. Auch begrenzte Sanktionen würden in Betracht gezogen, da Staatschef Omar Hassan el Baschir die Milizen entgegen seiner Versprechungen nicht entwaffnet habe.

UN-Generalsekretär Kofi Annan sagte am Freitag in New York, man müsse über die Entsendung einer UN-Truppe nach Dafur nachdenken, wenn die Regierung die Milizen nicht selbst entwaffne.

Der Konflikt grenze an «ethnische Säuberungen», erklärte Annan. Wenn die sudanesische Regierung die Milizen nicht stoppe, dann müsse sie es zulassen, dass die internationale Gemeinschaft eingreife.

Der frühere UN-Sondergesandte Gerhart R. Baum (FDP) warf der internationalen Gemeinschaft Versagen vor. Die Bundesrepublik bemühe sich seit Februar Sanktionen gegen Sudan durchzusetzen, sagte er. Doch es gebe Länder im UN-Sicherheitsrat, die dies verhinderten.

Hilfsorganisationen warnten vor einer Hungerkatastrophe unter den mehr als einer Million Flüchtlingen in Darfur. Die Deutsche Welthungerhilfe erklärte, nur durch eine Ausweitung der Hilfen könnte eine Katastrophe in Darfur noch abgewendet werden.

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