Anne Sinclair
Ehefrau will nicht an Strauss-Kahn zweifeln

In diesen Tagen hat Dominique Strauss-Kahn nicht gerade viel Rückendeckung. Doch seine Frau Anne Sinclair steht hinter ihm. Die Affäre ist nicht der erste Skandal, den sie an seiner Seite mitgemacht hat.
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Paris"Ich verspreche Dir die Treue in guten wie in bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis dass der Tod uns scheidet" - diesen Eheschwur scheint sich die Frau an der Seite von Dominique Strauss-Kahn zum Lebensmotto gemacht zu haben. Erhobenen Hauptes und mit kämpferischem Gesichtsausdruck bahnte sich Anne Sinclair beim jüngsten Gerichtstermin ihres Mannes den Weg durch die Reportermenge. Als Rückendeckung im wahrsten Sinne des Wortes saß sie wenig später im Verhandlungssaal hinter ihrem berühmten Gatten.

Versuchte Vergewaltigung? Sexueller Missbrauch? Unsittliches Berühren? "Ich glaube nicht eine einzige Sekunde an die Anschuldigungen, die gegen meinen Mann erhoben werden", hatte sie bereits kurz nach seiner Verhaftung zu den Vorwürfen eines Zimmermädchens mitgeteilt.

Es sind Worte und Bilder, die bei vielen Beobachtern nur noch Kopfschütteln auslösen, Freunde der 62-Jährigen aber nicht überraschen. Die Frau des zurückgetretenen IFW-Chefs habe bereits in der Vergangenheit häufig Augen und Ohren verschlossen, berichtet das französische Magazin "Paris Match" unter Berufung auf das Umfeld der ehemaligen Starmoderatorin. "Anne verfolgt die Strategie, seine Abenteuer einfach zu leugnen", zitierte das Blatt einen Bekannten. Sie habe nie über die vielen Gerüchte sprechen wollen.

Zu der Affäre ihres Mannes mit einer ungarischen IWF-Mitarbeiterin soll sie nur gesagt: "Sie haben zusammen gearbeitet. Na und?" Dass sie bereit ist, fast alles für ihren Mann aufzugeben, hat Sinclair in der Vergangenheit bereits mehr als einmal unter Beweis gestellt. 1997 gab sie ihren Job als Moderatorin der berühmten französischen Talkshow "7 sur 7" ab, weil ihr Mann Minister geworden war. 1999 stärkte sie ihm den Rücken, als er wegen einer Korruptionsaffäre seinen Job aufgeben musste.

Bei seinem Versuch, Kandidat für die französischen Präsidentschaftswahlen 2007 zu werden, finanzierte sie seine Wahlkampfzentrale - und jetzt die millionenschwere Kaution für die Freilassung. Geld spielte für die in New York geborene Französin nie eine Rolle. Ihr Großvater Paul Rosenberg war einer der wichtigsten Kunsthändler in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und hinterließ ihr einen Teil seiner millionenschweren Sammlung. Auf einem Picasso-Bild sind Sinclairs Großmutter und Mutter zu sehen ("Portrait de Madame Rosenberg et sa fille").

Warum Anne Sinclair sich so für ihren Mann opfert, wird in Frankreich heiß diskutiert. Manche unterstellen ihr, dass sie unbedingt First Lady werden wollte, andere vermuten, dass sie ihren DSK auch nach 20 Jahren Ehe noch abgöttisch liebt. Und das gilt wohl auch umgekehrt: "Ich denke in diesem Moment zuerst an meine Frau, die ich mehr als alles andere liebe, an meine Kinder, meine Familie, meine Freunde", schrieb Strauss-Kahn in seinem Brief zum Rücktritt vom IWF-Chefposten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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