Anne Will zu Libyen: Saulus Gaddafi und Afrikaner-Angst in Oberfranken

Anne Will zu Libyen
Saulus Gaddafi und Afrikaner-Angst in Oberfranken

Nach der Guttenberg-Welle ist bei Anne Will wieder Zeit für Weltgeschichte. Es geht um Libyen und die Abrechnung mit einem "irren Gaddafi". Doch am Ende interessiert wieder nur ein Dorf in Oberfanken.
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DüsseldorfAch ja, da war doch noch was in Libyen. Während Staatschef Muammar al-Gaddafi sein eigenes Volk erschießen lässt, erregt in Deutschland lange nur ein Freiherr die Gemüter. Tripolis brennt, was soll?s, wir machen Karl-Theodor zu Guttenberg. Erst seit sich Empörungswellen und Mitleidbekundungen für den fränkischen Ex-Doktor wiederholen wie Ansagen in einer Telefonwarteschleife ist wieder Platz und Zeit für etwas Weltgeschichte in den großen Abendtalks.

Mit "Terror, Tote, Flüchtlinge - wer stoppt den irren Gaddafi?", startet Anne Will am Sonntagabend den Nordafrika-Reigen. Auch wenn sie nach der traumhaften Guttenberg-Quote der Vorwoche (16 Prozent über Jahresdurchschnitt 2010) befürchten muss, dass das Interesse der Zuschauer an der Libyen-Frage so gering sein könnte wie Gaddafis Angst vor neuen Sanktionen.

Hat die Welt zu lange zugesehen? Auf Regierungsseite oblag es ausgerechnet Philipp Mißfelder (früher Junge-Union-Chef, inzwischen außenpolitischer Sprecher der CDU) die dramatisch falschen deutschen Analysen zur Lage in dem Wüstenstaat zu beichten. "Es konnte niemand damit rechnen, dass Gadaffi wie ein Verrückter auf sein eigenes Volk schießt", begründet Mißfelder den bis dato recht sanften Umgang mit dem Despoten. Der Lockerbie-Anschlag, skurrile Auftritte mit weiblicher Leibgarde, gefolterte bulgarische Krankenschwestern? Nein, es hätte wirklich keiner darauf kommen können, mit wem man hier eigentlich Geschäfte macht.

Doch selbst ein Profi-Austeiler wie Jürgen Trittin mimt dieses Mal lieber den Leisen. Hatte auch Rot-Grün dem libyschen Despoten nicht gerade die Freundschaft gekündigt. Zur Erinnerung: Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) machte es sich 2004 mit Gaddafi im Beduinenzelt gemütlich - und würdigte dessen positive Veränderungen in der Politik. Da lobt Trittin besser ganz allgemein die Sanktionen der UN. "Das zeigt die Geschlossenheit der internationalen Staatengemeinschaft." Solch langweilige Worthülsen hört man vom Grünen-Fraktionschef selten.

Kommentare zu " Anne Will zu Libyen: Saulus Gaddafi und Afrikaner-Angst in Oberfranken"

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  • Das viel dramatischere an dieser Sendung war nicht, das sie Stupide war, sondern der unglaubliche Rassismuss, der In einigen Berichten völlig unverhohlen propagiert wurde!
    Diese Sendung hat mich beim zufälligen schalten mehr schockiert als sämtliche Sarrazin-Debatten.
    Da werden nicht nur Sätze von Gaddafi übernommen in dem vor einem Schwarzen Europa gewarnt wird, da wird noch ein Polizist gezwig der die Festung Europa sichern will und anschließen noch erklärt, das Wirtschaftsflüchtlinge keine Flüchtlinge sind, da diese ja nur hier zum Arbeiten hinkommen(und somit sich nur gegen Hunger und sonstige Perspektivlosigkeit zur Wehr Setzen...)
    Es macht mich wirklich traurig wenn ich Sehe, wie anderen menschen aufgrund ihre Herkunft ihre Berechtigung auf ein würdiges Leben abgesprochen wird und dann nur noch erörtert wird, was zu tun ist, damit wir durch derartige Probleme nicht belasstet werden.

  • Die Fernsehmacher sollten sich ernsthaft überlegen, ob solche Sendungen wie die von Anne Will, die aus Fernsehgebühren finanziert werden überhaupt einen Politischen Sinn machen.
    Es ist an der Zeit, diese US-Amerikanischen Talkshows von unseren Sendern mit eigenen sehr guten Produktionen zu verdrängen.
    Die Sendung am Sonntag, war wie immer, nur Geplapper.
    Es ist doch alles nur ein Plagiat.
    Danke

  • Leider sinkt das Niveau dieser Sendung immer mehr, falls das noch möglich ist.

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