Anschläge auf drei westliche Hotels in Jordanien
El Kaida bekennt sich zu Anschlägen in Amman

Die Terrorgruppe El Kaida im Zweistromland soll sich zu den Bombenanschlägen auf drei westliche Hotels in Jordanien bekannt haben. Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete am Donnerstag, ein Bekennerschreiben der Gruppe, die bisher im Irak operierte und von dem Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi angeführt wird, sei am Donnerstag auf einer Islamisten-Internetseite aufgetaucht. Für die Echtheit des Schreibens gab es zunächst keinen Beweis.

HB AMMAN. Mehrere Verdächtige wurden in der Hauptstadt Amman mittlerweile festgenommen. Sie würden weiter befragt, sagte Brigadegeneral Baschir Daidscha von der Behörde für Öffentliche Sicherheit am Donnerstag. Angaben zur Zahl der Festgenommenen und zu ihrer Nationalität lagen zunächst nicht vor. Die Grenzen zu den Nachbarländern, die nach den Explosionen am Mittwochabend geschlossen worden waren, sind inzwischen wieder geöffnet.

Unterdessen Jordanien meldet immer höhere Opferzahlen bei drei verheerenden Bombenanschlägen auf westliche Luxushotels in der Hauptstadt Amman. Inzwischen wird von 67 Toten und 150 Verletzten berichtet, darunter auch Deutsche. Die Opferzahlen nannte der stellvertretende jordanische Regierungschef Marwan Muascher in der Nacht zum Donnerstag unmittelbar nach den Anschlägen. Kurz hintereinander waren drei Sprengsätze in den westlichen Hotels Radisson SAS, Grand Hyatt und Days Inn explodiert. Die stärkste Explosion ereignete sich in einem Festsaal des Radisson-Hotels, wo nach Augenzeugenberichten gerade eine Hochzeit gefeiert wurde. In ersten Fernsehbildern war ein zerstörter Festsaal zu sehen, die Decke teilweise heruntergerissen, Stühle und Tische umgeworfen auf dem Boden.

Die Behörden vermuteten, dass sich zwei Selbstmordattentäter im Radisson und im Grand Hyatt in die Luft sprengten. Ein dritter habe vermutlich eine Autobombe vor dem Days Inn gezündet. Sicherheitskräfte am Days Inn hätten verhindert, dass das mit Sprengstoff beladene Fahrzeug eine Absperrung passierte. Deshalb sei es vor dem Hotel explodiert.

Die meisten Todesopfer sind nach Angaben von Ärzten Jordanier, aber auch einige Iraker, die in Jordanien Zuflucht vor den Unruhen in ihrem Land gesucht hatten. Ein Augenzeuge sagte, er habe am Eingang des Days Inn fünf getötete Asiaten gesehen. Diese gehörten möglicherweise einer Delegation aus China an. Unter den Verletzten seien auch Deutsche, ein US-Bürger, Ägypter und Saudi-Araber, berichteten jordanische Sicherheitskreise. Auch der syrische Regisseur Mustafa Akad sei verletzt worden; seine Tochter sei unter den Toten.

Die angegriffenen Hotels liegen in den Geschäftsvierteln Dschebel Amman und Al Rabije und werden überwiegend von internationalen Geschäftsleuten und Diplomaten frequentiert. Insbesondere das Radisson ist auch bei israelischen Touristen beliebt, unweit davon befindet sich die israelische Botschaft. Auf das Hotel wurden schon mehrfach Anschläge von El-Kaida geplant, die jedoch rechtzeitig vereitelt werden konnten.

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