Anschläge auf Politiker angekündigt
Spannungen zwischen Türkei und PKK nehmen zu

Die Auseinandersetzung zwischen der Türkei und der kurdischen Arbeiterpartei (PKK) hat sich am Freitag weiter verschärft. Die Rebellen der verbotenen Separatistenorganisation haben Anschläge angekündigt. Ministerpräsident Erdogan hat im Gegenzug die US-Kritik an Armee-Einsatz gegen die PKK im Irak zurückgewiesen.

HB TUNCELI. Die PKK kündigte Anschläge auf auf türkische Politiker und Polizisten an. Dafür würden sie den Nordirak verlassen und in die Türkei zurückkehren, teilten die Rebellen am Freitag mit. Die Regierung in Ankara hatte zuvor erklärt, Militäreinsätze im irakischen Grenzgebiet vorzubereiten, um die kurdischen Rebellen zu bekämpfen, die sich in der Region versteckt halten sollen. Für kommende Woche steht eine Abstimmung im türkischen Parlament über die Pläne an. Mit Blick auf die Armenien-Resolution des US-Kongresses warnte Ministerpräsident Tayyip Erdogan inzwischen, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten seien in Gefahr.

Die Attacken der kurdischen Rebellen auf türkische Truppen hatten zuletzt zugenommen. Am Freitag wurde in Sirnak im Spannungsgebiet im Südosten der Türkei erneut ein Soldat von einer explodierenden Mine getötet. Zwei weitere wurden verletzt, wie türkische Medien berichteten. Die PKK wird von der Türkei, den USA und der Europäischen Union (EU) als eine terroristische Organisation eingestuft. Dennoch haben die EU und die USA die Pläne der türkischen Regierung kritisiert und ihren engen Nato-Verbündeten zu Zurückhaltung gemahnt. Sie befürchten, dass eine Intervention der Türkei im Nordirak die vergleichsweise friedliche Region destabilisieren könnte.

Die türkische Regierung will jedoch internationale Kritik im Falle eines Angriffs auf die kurdischen Rebellen im Nachbarland in Kauf nehmen. „Wir brauchen keinen Rat zum Nordirak“, sagte Erdogan auf einer Veranstaltung in Istanbul vor begeisterten Anhängern. Die USA hätten den Irak ebenfalls angegriffen, ohne jemanden um Erlaubnis zu bitten. Erdogan warnte zudem davor, dass die Beziehungen zu den USA wegen der Armenien-Resolution des US-Kongresses in Gefahr seien. „Wenn das Seil dünn geworden ist, kann es reißen“, zitierte der Ministerpräsident ein türkisches Sprichwort. Nähere Angaben dazu machte er nicht.

Der Auswärtige Ausschuss des US-Repräsentantenhauses hatte gegen den Willen der Regierung von Präsident George W. Bush eine Resolution verabschiedet, in der das Massaker an den Armeniern vor mehr als 90 Jahren als Völkermord bezeichnet wird. Für die türkische Regierung ist dies inakzeptabel. Die Erklärung des Ausschusses hat rein symbolischen Charakter und soll im November der gesamten Kammer vorgelegt werden.

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