Anschläge auf Schiiten sollen Eskalation provozieren: El Kaida plant Bürgerkrieg im Irak

Anschläge auf Schiiten sollen Eskalation provozieren
El Kaida plant Bürgerkrieg im Irak

Die Diskette, die die US-Truppen in die Hände fiel ist aufschlussreich: Auf 17 Seiten finden sich die Grundzüge eines Plans der radikalen Moslemgruppe El Kaida, mit Hilfe dessen sie im Irak einen Bürgerkrieg anzetteln will. In Washington nimmt man das Dokument sehr ernst.

HB BAGDAD. Der Plan, der dem Jordanier Abu Musab Sarkaui zugeschrieben wird, sieht nach angaben eines Sprechers des US-Zivilverwalters im Irak Paul Bremer Angriffe auf Schreine und Anführer der irakischen Schiiten vor, um Racheakte gegen andere ethnische Gruppen zu provozieren. „Wir halten das Dokument für glaubwürdig und nehmen die Bedrohung ernst“, sagte ein Sprecher des US-Militärs.

Sarkaui hat nach US-Angaben im Irak Verbindungen zur radikalen Gruppe Ansar el Islam. Im Oktober hatten die USA eine Belohnung von bis zu fünf Mill. Dollar (etwa 3,9 Mill. €) für Informationen ausgesetzt, die zu seiner Ergreifung führen. In Jordanien ist er wegen der Planung von Angriffen auf US- und israelische Ziele in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden. Die Schiiten stellen die Mehrheit der Bevölkerung im Irak. Andere Gruppen, wie die der Sunniten und der Kurden, befürchten, dass die Schiiten eine irakische Regierung kontrollierten könnten.

US-Außenminister Colin Powell sagte in Washington, der Brief sei sehr aufschlussreich. Er zeige, dass die El Kaida im Irak unter Druck sei, aber nicht aufgegeben habe. „Er zeigt ihre Schwächen bei dem Versuch, die Anstrengungen der Koalition zu untergraben“, sagte er. „Sie versuchen, weitere Terroristen in den Irak zu schleusen, aber sie werden keinen Erfolg haben.“ Die USA sehen unter anderem die El Kaida hinter den Anschlägen im Irak. Die Gruppe von Osama bin Laden wird zudem für die Anschläge vom 11. September 2001 verantwortlich gemacht.

Auch am Dienstag kam es im Irak zu weiteren Angriffen. Augenzeugen zufolge explodierte eine Bombe in der Stadt El Iskandarija 40 Kilometer südlich von Bagdad. Es habe Opfer gegeben, hieß es. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

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