Anschläge in Afghanistan
Geladene Waffen Pflicht für Isaf-Soldaten

Nach zunehmenden Überfällen müssen ausländische Soldaten in Afghanistan jetzt immer geladene Waffen tragen. Am Samstag starben wieder Menschen bei einer Bombenexplosion a uf einem Markt.
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Kabul/WashintonDie Waffenpflicht für ausländische Soldaten ordnete der Kommandeur der Isaf-Truppe, US-General John Allen, nach Angaben von US-Medien an. Die Nato reagiert damit auf Überfälle von Afghanen in Armee- oder Polizeiuniformen. Seit Jahresbeginn zählte die Isaf 31 solcher Vorfälle, bei denen 39 ausländische Soldaten getötet wurden. Im gesamten vergangenen Jahr seien es 21 Angriffen mit 35 Toten gewesen.

Allen habe den Befehl, ständig geladene Waffen zu tragen, bereits vor einigen Tagen gegeben, berichtete der TV-Sender CNN unter Berufung auf informierte US-Beamte in Kabul.

Der Sender NBC meldete ebenfalls unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte Quelle eine weitere Vorsichtsmaßnahme: Demnach müssen US-Soldaten bei Treffen mit bewaffneten afghanischen Sicherheitskräften mindestens von einem „Schutzengel“ bewacht werden. Dieser solle mit geladener Waffen bereitstehen, um sofort schießen zu können.

Die Isaf führt die meisten dieser Überfälle auf ausländische Soldaten nicht auf Infiltration der Taliban zurück, sondern auf Faktoren wie persönliche Animositäten oder Stress. Dagegen meinte Taliban-Chef Mullah Mohammad Omar, die Aufständischen hätten die afghanischen Sicherheitskräfte unterwandert. Erst am Freitag hatten afghanische Sicherheitskräfte in zwei Fällen auf Soldaten der Nato-geführten Truppen geschossen und zwei US-Soldaten getötet.

Bei einer Bombenexplosion auf einem Markt im Westen Afghanistans sind am Samstag mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Bei dem Vorfall im Bezirk Schindand in der Provinz Herat seien zudem zwölf Menschen verletzt worden, darunter drei Polizisten, teilte ein Sprecher der Provinzregierung mit. Die Bombe war demnach neben einem Geschäft auf dem gut besuchten Basar platziert worden.

Erst vor wenigen Tagen waren bei einer Serie von Bombenanschlägen in zwei Städten des Landes 35 Zivilpersonen ums Leben gekommen. Es war der blutigste Anschlag auf Zivilisten in Afghanistan seit Jahresbeginn.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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