Anschläge in Großbritannien
Vermeintlicher Terrorist gibt TV-Interview

Ein gebürtiger Marrokaner, der nach Informationen britischer Medien möglicherweise in die Anschläge auf U-Bahnen und einen Bus in London verwickelt ist, hat in einem Interview mit dem arabischen Fernsehsender Al Dschasira jede Beteiligung an den Attentaten bestritten.

HB LONDON. "Ich bin nicht untergetaucht, und ich bin kein Terrorist", sagte Mohamed al Guerbouzi. Er lebt seit 1986 in Großbritannien und besitzt die Staatsbürgerschaft des Landes. In der Al-Dschasira-Aufnahme war sein Bild unkenntlich gemacht, der Interviewer erklärte aber, er habe den Pass des Mannes überprüft. Britische Zeitungen hatten Fotos veröffentlicht. Angeblich hat Scotland Yard von ausländischen Ermittlungsbehörden Informationen über Guerbouzi angefordert. Ein Sprecher von Europol wollte die Medienberichte nicht kommentieren.

Nach Erkenntnissen französischer Behörden ist Guerbouzi Mitbegründer der Marrokanisch-Islamischen Kampfgruppe GICM, die an den Anschlägen von Casablanca 2003 und Madrid 2004 beteiligt gewesen sein soll.

Britische Sonntagszeitungen schreiben allerdings, die einheimischen Ermittlungsbehörden hielten derzeit den mutmaßliche Drahtzieher der Madrider Anschläge vom 11. März 2004, Mustafa Setmarian Nassar, für den Urheber der Londoner Attentate. Auch zu diesen Berichten wollte sich die Polizei nicht äußern.

Nassar, ein untergetauchter Syrer, soll bei der Gründung einer Al-Kaida-Zelle in Spanien eine wichtige Rolle gespielt haben. Er wurde vom spanischen Richter Baltasar Garzon auch mit den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington in Verbindung gebracht. Die Vereinigten Staaten haben fünf Millionen Dollar für Informationen ausgesetzt, die zu seiner Ergreifung führen.

Papst Benedikt XVI. rief die Katholiken am Sonntag zu Gebeten für die Attentäter von London auf. "Betet für diejenigen, die Hass verbreiten und solche abscheulichen Terroranschläge verüben", sagte der Papst in seiner wöchentlichen Ansprache von seiner Wohnung über dem Petersplatz aus. An die Täter gewandt, sagte der Kirchenführer: "Ich sage Euch: Gott liebt das Leben, das er geschaffen hat, und nicht den Tod. Im Namen Gottes, hört auf!"

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