Anschläge in Neu Delhi
Indische Polizei ist Terrorgruppe auf der Spur

Nach der blutigen Anschlagserie in der indischen Hauptstadt Neu Delhi geht die Polizei bei der Suche nach den Hintermännern „konkreten Hinweisen“ nach. Die Täter hatten angeblich Kontakt zur berüchtigten Terrorgruppe Lashkar-e-Toiba.

HB NEU DELHI. Einzelheiten könne er wegen laufender Ermittlungen nicht nennen, sagte Polizeioffizier Muktesh Chander. Die muslimische Terrorgruppe Islami Inqalabi Mahaz (Islamische Revolutionsfront) hatte sich am Sonntag zu den Anschlägen bekannt, bei denen kurz vor einem wichtigen Hindu-Fest 59 Menschen getötet wurden. Die Organisation hat nach Polizeiangaben Verbindungen zur berüchtigten Terrorgruppe Lashkar-e-Toiba.

Lashkar-e-Toiba (Soldaten der Reinen) operiert angeblich aus Pakistan heraus und wird von Indien für den Anschlag auf das Parlament in Neu Delhi Ende 2001 verantwortlich gemacht, der fast zum Krieg mit Pakistan geführt hätte. Am Samstag waren innerhalb von 20 Minuten drei Sprengsätze explodiert, zwei davon auf belebten Märkten. Am Dienstag feiern Hindus Diwali, das Lichterfest. Später in der Woche begehen die Muslime Eid-ul-Fitr, das Ende des Fastenmonats Ramadan. Am letzten Samstag vor den Festen waren zehntausende Menschen in Neu Delhi unterwegs, um Geschenke zu kaufen.

Die Europäische Union verurteilte die Anschlagsserie. „Ich bin entsetzt über diese scheußlichen Angriffe auf unschuldige Zivilpersonen“, erklärte der außenpolitische EU-Repräsentant Javier Solana in Brüssel. Nichts könne solchen Terrorismus rechtfertigen, und die Täter müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Bundeskanzler Gerhard Schröder erklärte in einem Kondolenzschreiben, die barbarischen Akte wenige Tage vor den religiösen Feiertagen offenbarten eine Menschenverachtung, die nicht mehr zu überbieten sei. US-Außenministerin Condoleezza Rice versicherte, man stehe im Kampf gegen den Terrorismus an der Seite Indiens.

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