Anschläge in Wolgograd
Putin droht Terroristen mit „totaler Vernichtung“

Der Kremlchef zeigt Stärke: Russland werde „entschieden und unnachgiebig“ gegen Terroristen vorgehen. Tausende Sicherheitskräfte durchkämmen die Region Wolgograd. Putins Prestigeprojekt soll nicht in Gefahr geraten.
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MoskauNach den beiden Selbstmordanschlägen in Wolgograd hat Russland Tausende zusätzliche Sicherheitskräfte in die Region entsandt. Etwa 5200 Polizisten und Soldaten sollten nach möglichen Komplizen der Attentäter suchen und das öffentliche Leben an den Neujahrstagen sichern, teilte das Innenministerium am Dienstag der Agentur Interfax zufolge mit. Präsident Wladimir Putin sicherte den Angehörigen der mindestens 34 Toten und 72 Verletzten der beiden Anschläge schnelle Hilfe zu.

Der Kremlchef drohte den Drahtziehern der Anschläge mit Vergeltung. „Wir werden den Kampf gegen Terroristen konsequent bis zu ihrer totalen Vernichtung fortsetzen“, sagte Putin in seiner Neujahrsansprache. Es waren die ersten öffentlichen Äußerungen des Präsidenten zu den Anschlägen.

Wolgograd und einige andere Städte sagten Silvesterfeiern aus Sicherheitsgründen und als Zeichen der Trauer ab. In Moskau wollten aber Tausende auf dem Roten Platz im Zentrum das neue Jahr begrüßen - unter drastisch verschärften Sicherheitsmaßnahmen.

Die Zahl der Toten bei den Terroranschlägen war zuletzt auf insgesamt 34 gestiegen. Drei Schwerverletzte seien im Krankenhaus gestorben, teilte das Zivilschutzministerium mit. Damit kamen beim Bombenanschlag auf einen Linienbus am Vortag 16 Passagiere und beim Attentat im Hauptbahnhof der Industriestadt am Sonntag 18 Menschen ums Leben, darunter auch Sicherheitskräfte. Sie sollen posthum staatliche Auszeichnungen erhalten. Die russische Regierung stellte auch umgerechnet 2,2 Millionen Euro Soforthilfe für Hinterbliebene bereit.

„Wir werden alle Betroffenen dieser unmenschlichen Akte unterstützen und alles wieder aufbauen“, kündigte Putin an. Er hielt sich zum Zeitpunkt der Ausstrahlung der Rede in Chabarowsk im Fernen Osten des Landes auf. Die Ansprache wurde um Mitternacht Ortszeit in Fernost (1400 MEZ) im Fernsehen gezeigt.

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