Anschläge vom 11. September
Moussaoui zieht Geständnis zurück

Der in den Vereinigten Staaten zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilte Zacarias Moussaoui hat sein Geständnis zu den Anschlägen vom 11. September völlig überraschend zurückgezogen. Nun fordert er eine Wiederaufnahme des Verfahrens.

HB ALEXANDRIA/USA. Er habe gesehen, dass er in den USA ein faires Verfahren bekommen könne und wolle in einem neuen Prozess seine Unschuld beweisen, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Antrag Moussaouis an das Bundesgericht in Alexandria (US-Bundesstaat Virginia). Bei seinem Schuldeingeständnis vom 22. April 2005 habe er ein völlig falsches Bild vom Rechtssystem in den USA gehabt.

Der französische Staatsbürger marokkanischer Abstammung war am Donnerstag vergangener Woche im einzigen US-Prozess um die Terroranschläge vom 11. September 2001 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Während des Prozesses hatte der 37-Jährige behauptet, er habe ein Flugzeug entführen und in das Weiße Haus steuern sollen.

In einem Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens schreibt Moussaoui jetzt, dass er selbst mit US-Juroren die Möglichkeit habe zu beweisen, dass er keine Kenntnis von den Anschlägen hatte und kein Flugzeug entführen sollte. Sein Geständnis sei eine reine Erfindung gewesen. Er sei völlig überrascht gewesen, dass ihn die Jury nicht zum Tode verurteilt habe, heißt es weiter.

Moussaoui begründet seine plötzliche Wende damit, dass ihn die Einzelhaft feindlich gegenüber jedermann gemacht und er deshalb extreme Positionen beim Kampf gegen das System vertreten habe. Außerdem habe er nicht seinen Pflichtverteidigern vertraut.

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