Anschlägein Bakuba und Mossul
Autobomben töten mehrere Iraker

Erneut erschüttert eine Welle von blutigen Anschlägen den Irak. Am Dienstag sind in kurzer Zeit zwei Autobomben explodiert. Durch die beiden Selbstmordanschläge starben angeblich 14 Menschen.

HB MOSSUL/BAKUBA. Die irakische Polizei teilte am Dienstag mit, bei einem Autobombenanschlag vor dem Rathaus der Stadt Mossul im Landesnorden seien auf offener Straße neun Zivilisten getötet und 25 weitere Menschen verletzt worden. Zuvor war bereits vor einem US-Stützpunkt in Bakuba im Umland von Bagdad eine Autobombe explodiert, wobei mindestens fünf Menschen starben - darunter ein US-Soldat. Derweil kamen drei Italiener im Irak frei, die seit fast zwei Monaten in der Gewalt von Geiselnehmern gewesen waren.

Den freigelassenen Landsleuten gehe es gut, teilte das Außenministerium in Rom mit. Die Entführer hatten eine vierte italienische Geisel getötet, nachdem Italien den Abzug seiner Truppen aus Irak abgelehnt hatte. Gemeinsam mit den Italienern kam ein polnischer Geschäftsmann frei, der in der vergangenen Woche verschleppt worden war.

Mit Geiselnahmen, Anschlägen und Sabotageakten versuchen Widerstandsgruppen im Irak seit dem Frühjahr 2003, den Irak unter der US-geführten Besatzung zu destabilisieren und die ausländischen Truppen aus dem Land zu vertreiben.

Nach Angaben der US-Armee war der Anschlag in Mossul gegen einen Wagenkonvoi mit Politikern aus der Region gerichtet, von denen jedoch nur einer leichte Verletzungen erlitten habe. Die Bombe detonierte am frühen Morgen, als viele Menschen in der Stadt auf dem Weg zur Arbeit waren. Durch die Wucht der Explosion wurden das Rathaus und mehrere Häuser beschädigt. Ärzte sagten, einige der Todesopfer seien bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Augenzeugen berichteten, der Sprengsatz sei in einem Taxi versteckt gewesen, in dem drei Menschen gesessen hätten.

Unterdessen wurde bekannt, dass nach Sabotageakten seit Tagen kein Öl mehr vom Nord-Irak in die Türkei gepumpt wird und die Ölexporte des Landes vorerst auf die Verladestationen im Landessüden beschränkt bleiben.

Am Nachmittag sollte der UN-Sicherheitsrat mit den Beratungen über einen Resolutionsentwurf wichtige Weichen für die politische Zukunft des Landes stellen. Der von den USA eingebrachte Entwurf soll Souveränitätsfragen nach der Machtübergabe an eine Übergangsregierung am 30. Juni regeln. Strittig war bis zuletzt die Frage der irakischen Mitbestimmung bei Einsätzen der von den USA geführten 160 000 ausländischen Soldaten. Die USA und Großbritannien hatten unter dem Druck der Kritiker wie etwa Frankreich, Russland und Deutschland ihren ursprünglichen Entwurf mehrfach überarbeitet. Am Mittag zeichnete sich eine Zustimmung zu dem Entwurf ab.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%