Anschlag
Afghanistans Vize-Geheimdienstchef getötet

In Afghanistan ist der stellvertretende Chef des Geheimdienstes NDS sowie mindestens 21 weitere Menschen bei einem Selbstmordanschlag ums Leben gekommen. Der Geheimdienstchef hatte seinen Heimatort besucht und wurde von dem Selbstmordattentäter überrascht.

HB KABUL. NDS-Vizechef Abdullah Laghmani wollte eine neue Moschee in der Provinzhauptstadt Metarlam einweihen, als sich ein Selbstmordattentäter der Taliban in der Menge in die Luft sprengte. „Bei dem Anschlag wurden 18 Zivilisten und vier Regierungsvertreter getötet“, sagte der Sprecher der Provinzregierung, Sayed Ahmad Safi. Neben Laghmani sei auch der Vorsitzende des Provinzrates ums Leben gekommen. Die Taliban bekannten sich zu der Tat.

Es ist der bislang schwerste Schlag der Aufständischen gegen den Geheimdienst, der nach eigenen Angaben etliche Anschläge der Taliban in der Vergangenheit verhindert hat. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte, ein Aufständischer namens Abdul Dschabar sei der Selbstmordattentäter gewesen. Er habe den Vizechef des National Directorate of Security (Nationale Sicherheitsabteilung) angegriffen, als dieser gemeinsam mit anderen Regierungsvertretern aus der größten Moschee in seiner Heimatstadt gekommen sei. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Kabul sagte, unter den Toten seien mindestens drei Frauen und eine unbekannte Anzahl an Kindern. Mehr als 40 weitere Menschen seien verletzt worden.

Die Vereinten Nationen verurteilten die Tat scharf. Der stellvertretende UN-Sondergesandte Peter Galbraith sagte: „Es ist unverzeihlich, dass ein solcher Anschlag während des heiligen (Fasten-)Monats an einer Moschee ausgeführt wird. Der Kontrast zwischen der großen Mehrheit der Afghanen, die sich während dieses heiligen Monats nach Frieden sehnen, und denen, die diesen Anschlag ausgeführt haben, könnte nicht krasser sein.“ Galbraith kondolierte den Opfern.

Bei einem Angriff in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad wurde am Mittwoch der Taliban-kritische Religionsminister des Landes, Hamid Saeed Kazmi, verletzt. Ein Augenzeuge namens Jamil Ahmad sagte, der Fahrer des Ministers sei getötet worden. Ein Unbekannter habe in der Nähe des Ministerbüros mit einem Schnellfeuergewehr das Feuer auf Kazmis Fahrzeug eröffnet. „Nach dem Beschuss warf der Schütze sein Gewehr auf die Straße und floh auf einem Motorrad. Der Fahrer war auf der Stelle tot.“ Der Minister sei ins Bein getroffen worden. Auch ein Leibwächter sei verletzt worden.

Ein weiterer Augenzeuge namens Waqarul Hassan sprach dagegen von vier Angreifern auf zwei Motorrädern. Kazmi wurde nach dem Anschlag in ein Krankenhaus gebracht und operiert. Von Ärzten aus dem Krankenhaus hieß es, der Minister schwebe nicht in Lebensgefahr. Zunächst übernahm niemand die Verantwortung für die Tat. Kazmi gilt als moderater Muslim und hatte sich in der Vergangenheit mehrfach kritisch über die radikal-islamischen Taliban geäußert.

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