Anschlag auf Bundeswehr in Afghanistan
Bundeskriminalamt sucht die Mörder

Einen Tag nach dem schwersten Anschlag auf die Bundeswehr in Afghanistan seit vier Jahren werden die Überlebenden mit einem Lazarett-Flugzeug nach Deutschland gebracht. Nun geht die Suche nach den Hintermännern des Selbstmordattentats los, bei dem am Samstag drei deutsche Soldaten und fünf Zivilisten starben.

HB BERLIN/KABUL. Wegen des Anschlags hat Generalbundesanwältin Monika Harms Ermittlungen aufgenommen. Ihr Sprecher sagte der Zeitung „Bild am Sonntag“ laut Vorabbericht, das Bundeskriminalamt sei mit Ermittlungen gegen Unbekannt beauftragt worden. Über Hintergründe und Täter gebe es noch keine Erkenntnisse.

Bei dem Selbstmordanschlag auf einem belebten Markt waren am Samstag in Kundus drei deutsche Soldaten getötet worden. Zwei wurden schwer und drei weitere leicht verletzt. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikal-islamischen Taliban. Bei dem Attentat starben auch fünf afghanische Zivilisten; ein Übersetzer und 16 weitere Afghanen wurden verletzt.

Die verletzten Soldaten treffen nach Angaben des Verteidigungsministeriums am späten Sonntagabend auf dem Flughafen Köln-Bonn ein. Von dort sollen sie in ein Bundeswehrkrankenhaus gebracht werden. Auch die zwei Schwerverletzten seien transportfähig, ihr Zustand sei stabil, sagte ein Sprecher am Sonntag. Ein speziell für den Krankentransport ausgerüsteter Airbus sei derzeit auf dem Weg nach Usbekistan, wo er die Verletzten aufnehmen soll.

Einsatz geht weiter

Zum Hergang der Tat sagte Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) am Samstagabend im Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Geltow bei Potsdam, dass sich ein Selbstmordattentäter sich am Samstagmorgen neben einer Fußpatrouille in die Luft gesprengt habe. Er erklärte, die Bundeswehr werde trotz des Anschlags ihren Einsatz in Afghanistan unverändert fortsetzen.

Die Taliban teilten auf ihrer Webseite mit, ein „Mudschaheddin- Held“ habe die deutsche Patrouille angegriffen. Der Attentäter stamme aus der Provinz Kundus. In der vergangenen Woche hatten US-Truppen den Militärchef der Taliban, Mullah Dadullah, getötet. Die Taliban schworen daraufhin Rache. Nach Informationen des Gouverneurs der Provinz Kundus, Mohammad Omar, warten weitere Selbstmordattentäter auf einen tödlichen Einsatz.

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