Anschlag auf Ex-Spion Britischer Außenminister hat Beweise für russische Vorratsbildung von Nervengas

Der britische Außenminister schaltet sich in die Diskussion um das Attentat auf Ex-Agent Skripal ein. Geheime Vorräte stehen im Fokus.
Update: 18.03.2018 - 15:06 Uhr 1 Kommentar

„Keine konkreten Beweise gegen Russland“ – Westen dennoch einig

„Keine konkreten Beweise gegen Russland“ – Westen dennoch einig

LondonDer britische Außenminister Boris Johnson verfügt nach eigenen Angaben über Beweise für die Lagerung eines Nervengifts durch Russland. Die Spur nach der Vergiftung des Ex-Spions Sergej Skripal und seiner Tochter Julia führe „unaufhaltsam zum Kreml“, sagte Johnson am Sonntag der BBC.

Der britischen Regierung lägen „Beweise innerhalb der vergangenen zehn Jahre“ vor, dass Russland nicht nur die Überbringung von Nervenkampfstoffen zum Zweck von Mordanschlägen geprüft habe, sondern auch, dass es Nowitschok geschaffen und gelagert habe, sagte Johnson. Das Nervengift Nowitschok wurde nach britischen Angaben beim Angriff auf die Skripals eingesetzt.

Johnson erklärte, er werde die EU-Außenminister am Montag über den Fall informieren und anschließend Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg treffen. Vertreter der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) mit Sitz in Den Haag träfen am Montag in Großbritannien ein, um Proben des im Fall Skripal verwendeten Nervengifts zu nehmen. Unabhängige Tests dauerten voraussichtlich mindestens zwei Wochen, erklärte das Außenministerium.

Der russische Botschafter in London, Alexander Jakowenko, mahnte in der Zeitung „Mail on Sunday“ einen kühlen Kopf in der Affäre an. Der Streit eskaliere gefährlich und unverhältnismäßig, sagte er.

Der russische EU-Botschafter Wladimir Tschischow bekräftigte am Sonntag in der BBC, dass sein Land nichts mit dem Fall zu tun habe. Er verwies darauf, dass das verwendete Nervengift aus einem britischen Labor stammen könnte. Russland habe keine Bestände an Chemiewaffen und stecke auch nicht hinter dem Angriff auf die Skripals. Er wies darauf hin, dass die britische Chemiewaffenforschungseinrichtung Porton Down nur 13 Kilometer vom Tatort Salisbury entfernt liege.

Die direkte Verantwortung für die Tat wies er der Einrichtung aber nicht zu. Auf eine entsprechende Frage, ob Porton Down für den Angriff verantwortlich sei, antwortete er: „Ich weiß es nicht.“ Die britische Regierung wies Tschischows Andeutung als „Unsinn“ zurück.

Skripal und seine Tochter wurden vor knapp zwei Wochen in der südenglischen Kleinstadt Salisbury vergiftet. Sie überlebten, befinden sich aber beide in einem kritischen Zustand. Die britischen Behörden haben erklärt, bei dem Anschlag sei das in der Sowjetunion entwickelte Nervengift Nowitschok verwendet worden. Beide Seiten wiesen jeweils 23 Diplomaten des anderen Landes aus und ergriffen weitere Strafmaßnahmen.

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1 Kommentar zu "Anschlag auf Ex-Spion: Britischer Außenminister hat Beweise für russische Vorratsbildung von Nervengas"

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  • Er hat Beweise? Dann soll er sie auf den Tisch legen. Aber falls die Russen noch von dem
    Zeug haetten, heisst das noch lange nicht, dass sie versucht haben jemand umzubringen.

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