Anschlag auf Isaf-Fahrzeug
Selbstmörder tötet Bundeswehr-Soldaten

Die radikalislamischen Taliban haben sich zu dem Anschlag auf ein Bundeswehr-Fahrzeug in Kabul bekannt, bei dem am Montag ein deutscher Soldat getötet wurde. Auch für den kurz darauf verübten zweiten Selbstmordanschlag seien die Rebellen verantwortlich, sagte der neue Taliban-Sprecher Qari Yousif Ahmadi.

HB KABUL. Ein Selbstmordattentäter rammte den Wagen der Bundeswehr und zündete eine Bombe. Der scheidende Bundesverteidigungsminister Peter Struck sagte, ein zweiter deutscher Soldat habe bei dem Anschlag auf ein Bundeswehrfahrzeug schwere Verletzungen erlitten. Ein dritter sei leicht verletzt worden.

Nach der Explosion sprengte sich in der Nähe ein zweiter Selbstmordattentäter in die Luft. Dort eröffneten britische Isaf-Soldaten und afghanische Polizisten nach der Explosion das Feuer auf ein afghanisches Auto, in dem außer dem Fahrer zwei Kinder saßen. Ein Polizist sagte, der Wagen habe trotz der Aufforderung der Sicherheitskräfte nicht angehalten. Der Fahrer sei anschließend geflohen. Augenzeugen sagten, auf das Fahrzeug seien mehr als 100 Schüsse abgegeben worden.

Ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums sagte, außer den zwei Attentätern und dem deutschen Soldaten seien ein Kind und eine Frau ums Leben gekommen. Ein Zivilist sei im Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben. Mehrere andere Menschen seien verletzt worden.

Beim bisher schwersten Anschlag auf Isaf-Truppen in Afghanistan waren im Juni 2003 vier deutsche Soldaten getötet worden. Seit Beginn des Einsatzes im Dezember 2001 sind in Afghanistan 17 Bundeswehrsoldaten ums Leben gekommen.

Ende September hatte der Bundestag das Mandat der Bundeswehr für den Isaf-Einsatz verlängert und ausgeweitet. Nach dem neuen Mandat soll das deutsche Kontingent von 2250 auf bis zu 3000 Soldaten aufgestockt werden. Außerdem will die Bundeswehr, die das Regionalkommando für den Norden des Landes übernimmt, einen Kommando-Stützpunkt in Masar-i-Scharif einrichten, sobald die Briten dort abziehen. Bisher unterhält die Bundeswehr bereits Wiederaufbau-Stützpunkte in Kundus und Feisabad.

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