Anschlag auf Kim Jong Nam
Nordkorea lehnt Obduktion ab

Nach dem Tod des Halbbruders von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Nam in Malaysia verdichten sich die Hinweise auf einen Giftmord. Pjöngjang schwieg zunächst, jetzt fordert die Regierung die Überstellung des Leichnams.
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Kuala LumpurNordkorea lehnt eine Obduktion des in Malaysia vermutlich ermordeten Halbruders von Machthaber Kim Jong Un ab. Die Regierung in Pjöngjang habe zudem die Überstellung der Leiche Kim Jong Nams verlangt, verlautete am Mittwoch aus malaysischen Regierungskreisen. Dies hätten die Behörden aber mit der Begründung abgelehnt, sie würden sich an die Vorschriften halten. Eine Entscheidung über eine Überstellung des Leichnams nach Nordkorea sei noch nicht gefallen.

Medien hatten am Dienstag unter Berufung auf südkoreanische Regierungskreise berichtet, zwei mutmaßliche nordkoreanische Agentinnen hätten Kim Jong Nam am Flughafen von Kuala Lumpur mit einer Giftnadel getötet. Dort wurde am Mittwochmorgen nach Polizeiangaben eine Frau im Zusammenhang mit Kim Jong Nams Tod festgenommen.

Auf ihre Spur kamen die Ermittler durch Aufnahmen der Flughafen-Überwachungskameras. Sie soll im Besitz eines vietnamesischen Reisepasses sein. Die Polizei veröffentlichte ein Foto von der festgenommenen Verdächtigen, die am Montag am Taxistand des Flughafens gefilmt wurde.

Am Morgen war der Leichnam in ein Krankenhaus gebracht worden, wo er obduziert werden sollte. Mitarbeiter der nordkoreanischen Botschaft folgten dem Transport. Auch der nordkoreanische Botschafter Kang Chol hielt sich in dem Krankenhaus auf.

Die malaysische Polizei fahndete im Zusammenhang mit Kim Jong Nams Tod nach mehreren weiteren Ausländern. Die am Flughafen festgenommene Frau habe einen vietnamesischen Ausweis bei sich getragen und sei zum Zeitpunkt der Festnahme allein unterwegs gewesen.

Nach Polizeiangaben wollte Kim Jong Nam nach Macau reisen, als ihm plötzlich schwindelig wurde. Er habe sich an Mitarbeiter des Flughafens gewandt und berichtet, jemand habe ihm von hinten ins Gesicht gegriffen. Kim Jong Nam sei in der Krankenstation behandelt worden und später auf dem Weg in einem Rettungswagen zu einer Klinik verstorben. Er ist ein älterer Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Sie sind beide Söhne des 2011 verstorbenen Machthabers Kim Jong Il.

Kim Jong Nam hielt sich lange im Ausland auf und äußerte sich öffentlich kritisch über die Familiendynastie in seiner Heimat. Immer wieder gab es Gerüchte, er könnte seinen Halbbruder an der Spitze des weitgehend abgeschotteten Landes ablösen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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