Anschlag auf Militärstützpunkt: Fast 50 Tote bei Selbstmordattentat in Mali

Anschlag auf Militärstützpunkt
Fast 50 Tote bei Selbstmordattentat in Mali

Der Norden Malis kommt nicht zur Ruhe. Extremisten wollen den Frieden torpedieren. Mit einem blutigen Anschlag in Gao melden sie sich zurück. Dort ist auch die Bundeswehr stationiert.
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BamakoBei einem Selbstmordanschlag nahe einem Militärstützpunkt im Norden Malis sind mindestens 47 Menschen getötet worden. Der Attentäter sprengte sich am Mittwoch in der Stadt Gao vor einem Lager in die Luft, als malische Streitkräfte und frühere Rebellen sich für eine gemeinsame Patrouille versammelten. Dies ging aus einer im staatlichen Fernsehen verlesenen Erklärung der Regierung hervor. Es soll zudem viele Verletzte geben.

Die Bundeswehr beteiligt sich in Gao mit mehr als 500 Soldaten an einer Uno-Friedensmission zur Stabilisierung des westafrikanischen Landes. Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keita ordnete nach dem Anschlag eine dreitägige Staatstrauer an, wie sein Büro über Twitter erklärte.

„Das Krankenhaus ist überfüllt. Überall sind verstümmelte Körper“, sagte Arboncana Maiga, ein Bewohner des Stadtviertels am Telefon. „So etwas haben wir in Gao noch nicht erlebt.“ Der Arzt Sadou Maiga sagte der Nachrichtenagentur AP, in seinem Krankenhaus in Gao kämen viele Verletzte an. Einige seien ihren Verletzungen erlegen, andere befänden sich in einem äußerst schlimmen Zustand. „Zu diesem Zeitpunkt interessiert mich nicht die Zahl der Toten und Verletzten, sondern, wen ich retten kann.“

Die gemeinsamen Patrouillen von Streitkräften und früheren Rebellen, die der Attentäter offenbar zum Ziel hatte, sind eines der wichtigsten Elemente des Friedensabkommens zur Stabilisierung des Landes. Sie sollen die früheren Rebellen integrieren.

Der Behördenvertreter bezeichnete die Opferzahlen als vorläufig. Augenzeugen berichteten, dass das Tatfahrzeug gegen 9.00 Uhr (Ortszeit, 12.00 Uhr MEZ) in das Lager hineingefahren sei, als sich Hunderte Kämpfer zu einem Treffen versammelt hätten. Zwei Stunden nach der Explosion lagen immer noch verstümmelte Leichen in dem Camp herum. Die Behörden riefen Einwohner von Gao auf, Blut zu spenden.

Ein Militärsprecher, Diarran Kone, sagte, der Selbstmordattentäter habe es geschafft, „die Wachsamkeit der Soldaten zu überlisten“.

In Gao befindet sich einer der wichtigsten Uno-Stützpunkte im Land. Das Attentat war auch ein klarer Beleg, dass Extremisten im Norden Malis weiter zu großen Anschlägen fähig sind.

Frankreichs Präsident Francois Hollande hatte erst am Samstag Einsatztruppen in Gao besucht. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen war zuletzt kurz vor Weihnachten bei den Bundeswehrsoldaten in Gao gewesen. Die Bundesregierung hat diesen Monat eine Verdoppelung der Mandatsobergrenze für Mali auf rund 1.000 Soldaten beschlossen.

Der Uno-Sicherheitsrat sollte sich noch am Mittwoch in einer seit längerem geplanten Aussprache mit der Lage in Mali befassen. Die Blauhelm-Mission in Mali ist derzeit der gefährlichste Uno-Einsatz.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warf der malischen Regierung in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht vor, Zivilisten im Norden und Zentrum des Landes nicht ausreichend vor islamistischen Extremisten zu schützen. Im vergangenen Jahr seien Dutzende Menschen getötet worden, während Druck auf Familien ausgeübt worden sei, dass sich ihre Kinder den Extremisten anschließen sollten.

Der Bericht von Human Rights Watch beschreibt, wie militante Kämpfer Dörfer besetzt und Uno-Blauhelmsoldaten angegriffen haben. Sie wollen eine strikte Interpretation der islamischen Gesetze durchsetzen. Auch die Zunahme von Banditentum wird kritisiert. Sicherheitsminister Salif Traoré wollte sich zu den Angaben nicht äußern, sagte aber, er sei sich der sicherheitspolitischen Herausforderungen in der Region bewusst.

Der Norden Malis und die angrenzenden Gebiete der Sahelzone sind ein Rückzugsgebiet für Rebellen und islamistische Terroristen. Neben Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) sind dort die islamistischen Terrorgruppen Ansar Dine und Al Mourabitoun aktiv. Zuletzt gab es auch vermehrt Anschläge im Zentrum des Landes. Bis zu 15.000 UN-Blauhelmsoldaten und Polizisten bemühen sich um eine Stabilisierung des Landes.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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  • Frage ans Verteidigungsministerium:

    Sind auch Bundeswehrsoldaten ums Leben gekommen ???

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